Tiroler Kraftwerk Imst-Haiming erhielt grünes UVP-Licht

22. Feber 2023, Imst/Haiming
Das geplante Kraftwerk in Tirol nimmt Formen an - Friedersdorf, APA/dpa

Das geplante Ausleitungskraftwerk des landeseigenen Tiroler Energieversorgers Tiwag in Imst-Haiming im Oberland nimmt immer konkretere Formen an. Nur acht Monate nach der mündlichen Verhandlung zum Kraftwerksvorhaben langte jetzt der positive Umweltverträglichkeitsprüfungs-Bescheid (UVP) ein, teilte die Tiwag am Mittwoch mit. Der Start der Hauptbauarbeiten soll im Jahr 2024 erfolgen, die Bauzeit rund vier Jahre dauern, hieß es.

Im neuen Kraftwerk können rund 252 Millionen Kilowattstunden Grundlaststrom für 60.000 Haushalte erzeugt werden. „Damit setzen wir einen nächsten Schritt in Richtung nachhaltige und selbstständige Energieversorgung im Land“, zeigte sich Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser zufrieden. Sehr angetan von der kurzen Dauer des UVP-Verfahrens war indes Eigentümervertreter und Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP). Er sprach von einer „neuen Geschwindigkeit“ bei den UVP-Verfahren in Tirol, mit der man sicherstelle, dass die Prüfungen „qualitativ hochwertig stattfinden, der Ausbau der erneuerbaren Energieträger aber schneller vorangetrieben werden kann.“ Gleichzeitig verwies Mattle aber auch darauf, dass es bei einem Großprojekt immer zu Einsprüchen kommen könne und erneuerte daher eine zuletzt immer wieder von ihm aufgestellte Forderung nach einer „fast lane“, also ein Priorisieren für den Ausbau von erneuerbarer Energie vor Behörden und Gerichten.

Die Innstufe Imst-Haiming stellt ein sogenanntes Ausleitungskraftwerk dar, das die bereits im bestehenden Kraftwerk Prutz-Imst abgearbeitete Wassermenge noch einmal zur Stromgewinnung nutzt. „Das Triebwasser wird dazu über einen 14 Kilometer langen, unterirdischen Stollen von Imst nach Haiming geleitet und dort in einem unterirdischen Kavernenkraftwerk mittels zweier hocheffizienter Francis-Turbinen Strom erzeugt“, erläuterte Tiwag-Bauvorstand Alexander Speckle. Dies mache die Anlage energiewirtschaftlich bei vergleichsweise geringen Eingriffen in die Natur sehr effizient. Es wird für dieses Kraftwerk kein zusätzliches Wasser aus dem Inn eingezogen, kein zusätzliches Wehr am Inn errichtet und damit die Fließkontinuität entlang des Inn nicht beeinträchtigt“, betonte Speckle.

APA

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