Energieberatung und neue Geräte für Einkommensschwache

23. Feber 2023, Wien

Vier Jahre lang werden einkommensschwache Haushalte mit jährlich 30 Millionen Euro gefördert, finanziert werden damit Energiesparberatung und der Austausch von energieintensiven Elektrogroßgeräten. „Bis zu 100 Euro“ könne so durch einen neuen Kühlschrank jährlich eingespart werden, sagte Umweltministerin und Koalitionspartnerin Leonore Gewessler (Grüne) am Donnerstag bei der Präsentation der Förderaktion, die mit Caritas und dem Klima- und Energiefonds gestartet wird.

Die mit dem heutigen Tag angelaufene Förderaktion zum Energiesparen im Haushalt sieht drei Schritte vor, ausgehend von einer Erstberatung in den Sozialberatungsstellen von Volkshilfe und Caritas, und falls dort alle Voraussetzungen für einen Förderantrag gefunden wurden, folgt in der Wohnung oder im Haus eine kostenlose Energiesparberatung. „Einfach umsetzbare Energiesparmaßnahmen“ sind dies laut Gewessler, die hier erörtert werden sollen, „simple Themen, wie Lüften und Abdichten von Fenster und Türen, einfache Tipps, die keine große Investitionen brauchen“.

Rund 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Caritas und Volkshilfe seien für das Finden von einfach umsetzbaren Energiesparmaßnahmen ausgebildet worden, sagte Caritas-Präsident Michael Landau bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Landau lobte das Projekt als „sozial, wirtschaftlich und ökologisch wirkungsvoll“. Mit diesem würden laut Gewessler jene Familien gezielt unterstützt, die von der Teuerung am meisten betroffen sind, denn „Energie ist ein wertvolles Gut“, sei aber auch ein Grundbedürfnis.

Folgt aus dem Beratungsgespräch die Empfehlung zum Gerätetausch, dann ist dieser als kostenloser dritter Schritt geplant: Ein bis vier Wochen soll es dauern, dann installiere der Gerätehändler den beispielsweise angesprochenen neuen Kühlschrank fachgerecht und entsorgt das Altgerät. Mit diesem Vorgehen sei laut Landau die „Effizienz des Mitteleinsatzes“ gegeben, denn die „Beratung eruiert den Bedarf“ und der Tausch führe zu einer nachhaltigen Änderung.

Der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Bernd Vogl, stellte zwar fest, dass das neue Projekt von der Gesamtbudgetierung her nicht extrem sei, dafür aber trotzdem eine Langzeitwirkung mit sich bringe, wie er am Fallbeispiel „Kühlschrank“ erörterte. Die 100 Euro Einsparung, die ein neues Gerät pro Jahr bringt, das waren „früher die jährlichen Energiekostenzuschüsse in der Höhe von 100 Euro“. Alle amtlich Anspruchsberechtigten können die Aktion nutzen – als Fachhändler wurden die EP-Elektrofachhändler mit 120 Filialen in Österreich gewählt. Vogl hob jedoch auch hervor, dass es wichtig sei, „erneuerbare heimischen Energien weiter auszubauen. Das sind die billigsten Energien“, mit dem Ausbau würde mittelfristig deren Preis weiter sinken, und „dies kann zur sozialen Maßnahme werden“ – und sei ein Weg aus der Kostenfalle.

Caritas-Präsident Landau verwies auf die beträchtlichen sozialen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Inflation, die er nicht nur in der Ukraine und in Moldau erst vor kurzem gesehen habe: „Kinder, Familien und alte Menschen leiden besonders, aber wir müssen Österreich erst gar nicht verlassen, um Not zu erblicken.“ Er erinnerte an 713.000 Menschen, die ihre Wohnung aus finanziellen Gründen nicht angemessen heizen können, wie eine Erhebung der Statistik Austria 3. Quartal ergeben hatte – doppelt so viele wie es normalerweise waren. Es gebe inzwischen „Notsituationen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat“, und da die Inflation auch im Jänner bei elf Prozent gelegen sei, sei keine rasche Änderung in Sicht. „Soll ich die Wohnung warm halten oder Abendessen einkaufen?“, wird so häufig eine Frage bleiben, die sich viele Menschen inzwischen stellen müssten.

Service: Förderaktion zum Energiesparen im Haushalt – Erstberatung in zehn Sprachen online unter www.caritas.at/energiesparberatung oder telefonisch unter 05 17 76 300 (Mo-Fr von 9 bis 13 Uhr))

APA

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