US-Kammer sieht Chance für Klimatechnologien Made in Austria

23. Feber 2023, Washington/Wien
AmCham: "Inflation Reduction Act" biete auch Geschäftschancen - Rottweil, APA/dpa

Die US-Handelskammer sieht für österreichische Firmen rund um den Subventionsstreit zwischen den USA und der EU nicht nur Nachteile, sondern auch neue Geschäftschancen, insbesondere für Firmen im Bereich erneuerbarer Technologien, etwa für österreichische Wärmepumpenhersteller. „Wir haben eine chancenorientierte Sichtweise auf den Inflation Reduction Act“ sagte der Präsident der AmCham Austria, Accenture-Chef Michael Zettel, am Donnerstag für Journalisten in Wien.

Das US-Gesetz, das die Inflation eindämmen und den Ausbau der Klimatechnologien beschleunigen soll, habe protektionistische Elemente, „die eine Betonung auf amerikanische Produktion legen, so wie der EU-Green-Deal Bevorzugung für europäische Unternehmen enthalten wird“, räumte Zettel ein. Es gebe aber Geschäftschancen, die in den USA investieren wollen. „Wir sehen mehr Möglichkeiten als Gefahren“, so der Manager.

Der „Inflation Reduction Act“ (IRA) in den USA ist ein Gesetz, das auch hohe Steueranreize für Elektroautos und erneuerbare Energien vorsieht. Das auf zehn Jahre angesetzte US-Subventionspaket hat ein Volumen von 370 Mrd. Dollar. Die USA wollen mit Investitionen in Windparks, Photovoltaik-Anlagen, Elektroautos oder Wärmepumpen ihren CO2-Ausstoß senken. Die Vereinigten Staaten sind nach China der weltgrößte Emittent klimaschädlicher Treibhausgase.

Die EU-Staaten befürchten, dass mit dem IRA nicht nur die Klimakrise bekämpft wird, sondern sich die USA auch einen Wettbewerbsvorteil bei Investitionen verschaffen könnten. Deshalb hatten mehrere Länder, darunter Deutschland, eine Lockerung des europäischen Beihilferechts gefordert, um Produktionsstandorte in Europa zu halten. Die EU will den Mitgliedstaaten künftig mehr gezielte Subventionen für Unternehmen erlauben, um im Wettbewerb mit den USA und China bei klimafreundlichen Technologien bestehen zu können.

Österreichs umsatzstärkste Unternehmen in den USA sind Industriekonzerne wie Andritz, voestalpine, Wienerberger, RHI Magnesita, Plansee und Alpla sowie die Konsumgüterhersteller wie Swarowski und Red Bull. Umgekehrt sind die USA der drittgrößte ausländische Direktinvestor in Österreich und US-Firmen wichtige Kapitalgeber für Start-ups. Ein Beispiel dafür ist der US-Traktorenhersteller John Deere, der Ende 2021 das oberösterreichische Batterie-Start-up Kreisel Electric übernahm.

APA

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