Allianz will Versicherung für Nord Stream 1 nicht verlängern

6. April 2023, München
Allianz will bei Nord Stream 1 aussteigen - München, APA/dpa

Der Versicherer Allianz will die Versicherungspolice für die stark beschädigte Gasleitung Nord Stream 1 nicht erneuern. Die Police laufe Ende 2023 aus und die Allianz wolle sie nicht verlängern, erklärte der Konzern am Mittwoch. Die Versicherung sei vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine für einen Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen worden.

Da es sich bei den vertraglichen Details um vertrauliche Angelegenheiten zwischen der Allianz und den Kunden handle, könne sich der Konzern nicht weiter äußern. Der Versicherer betonte, dass er sich an alle Sanktionen halte. Allianz Global Corporate & Specialty sei an einem Versicherungskonsortium beteiligt, das technischen Versicherungsschutz für den Betrieb der Nord Stream 1-Pipeline nur für die vier in Europa ansässigen Minderheitsaktionäre der Nord Stream AG biete, die ihren Sitz in Zug in der Schweiz hat. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass die deutschen Versicherer Allianz und Munich Re die Absicherung vor Nord Stream 1 erneuert hatten.

Nord Stream 1 führt von Russland aus durch die Ostsee nach Deutschland, jährlich konnten 55 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Leitungen transportiert werden. Sie war elf Jahre lang für europäische Kunden die wichtigste Pipeline für russisches Gas, bis im September 2022 ihre beiden Röhren bei Explosionen zerstört wurden. Russland hält über eine Tochtergesellschaft des staatlichen Energiekonzerns Gazprom eine Mehrheit an Nord Stream 1. Aus dem Westen sind E.ON, Wintershall DEA, Engie und Gasunie beteiligt. Die Unternehmen haben ihre Anteile entweder vollständig oder signifikant abgeschrieben.

APA/ag

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