Flüssiggas-Terminal vor Rügen wird kleiner als geplant

15. Mai 2023, Berlin

Nach heftigem Widerstand von Gemeinden und dem Land Mecklenburg-Vorpommern wird Regierungskreisen zufolge das geplante Flüssiggas-Terminal vor Rügen kleiner als vorgesehen. Statt bis zu vier Schiffen sollen bei Mukran nur zwei schwimmende LNG-Terminals stationiert werden, hieß es am Montag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Jahreskapazität reduziere sich damit von 18 Mrd. auf rund 10 Mrd. Kubikmeter Gas.

Das Projekt sei in dieser Form mit in das LNG-Beschleunigungs-Gesetz aufgenommen worden. Ziel ist es, dass das Terminal für die Versorgung im Winter Anfang 2024 zur Verfügung steht. Die Schiffe sollen privatwirtschaftlich von der Deutschen Regas betrieben werden, RWE werde sich aus dem Projekt zurückziehen. Man gehe davon aus, dass dann die Gasversorgung auch im kommenden Winter gesichert sei.

Schwimmende Terminals sind bereits bei Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Lubmin in Betrieb und halfen, einen Gas-Notstand nach dem Aus russischer Lieferungen im vergangenen Winter zu verhindern. Diese sollen durch zusätzliche Schiffe in Lubmin und Wilhelmshaven erweitert werden, dazu kommt ein weiterer Standort vor Stade. Ab 2026 sollen drei Standorte durch feste Terminals ersetzt werden, wo das Flüssiggas nicht auf den Spezialschiffen, sondern an Land in den Gas-Zustand zurückversetzt wird. Sie haben dann auch eine höhere Kapazität.

Der Bund hat aber gerade mit Blick auf kommenden Winter das Projekt vor Rügen als nötig erachtet. Ursprünglich sollten LNG-Schiffe auch vor Sellin ankern, was vor allem in der Tourismus-Industrie Rügens auf Widerstand traf. Darauf wird den Regierungskreisen zufolge nun verzichtet. Eines der beiden Flüssiggas-Schiffe der Deutschen Regas soll zudem von Lubmin abgezogen und vor Mukran stationiert werden.

Die Kosten für den Umbau eines großen Teils der Erdgas-Versorgung auf Flüssiggas soll staatlich mit rund 10 Mrd. Euro finanziert werden. Der Bund erwartet aber über Gebühren zur Nutzung der Schiffe und Leitungen Rückflüsse.

APA/ag

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