Emissionshandel Die Industrie verursacht die meisten Emissionen. Was ist hier geplant?

31. Mai 2023, Salzburg Stadt

Mit knapp 34 Prozent sorgt die Industrie für den größten Anteil der Emissionen in Österreich. Trotzdem scheint sie im Nationalen Energie- und Klimaplan nicht auf. Der Grund: Die EU hat entschieden, die Emissionen großer Industrieanlagen wie auch der Energiewirtschaft über ein EU-weites System zu drosseln. So bekommen die Betreiber bereits seit 2005 eine bestimmte Freimenge an CO2, die sie ausstoßen dürfen. Für jede weitere Tonne CO2 müssen sie ein Zertifikat kaufen. Mit der Zeit werden die Zertifikate teurer, und die Freimenge nimmt ab – bis 2034 soll sie ganz verschwinden. Damit wird es wirtschaftlich immer wichtiger für die Betriebe, ihren Ausstoß so schnell wie möglich zu senken. Die Voest zum Beispiel will ab 2027 zwei ihrer fünf Hochöfen mit grünem Strom betreiben. Und der Verbund steigerte seinen Anteil an erneuerbaren Energien. So konnten die Emissionen seiner Anlagen zwischen 2005 und 2022 um 85 Prozent gesenkt werden, schreibt das Energieunternehmen auf seiner Website. Insgesamt konnte der Handel mit den Emissionszertifikaten seit dem Start 2005 den CO2-Ausstoß der betroffenen Sektoren um knapp 43 Prozent senken, so rechnet zumindest die EU-Kommission.

Zweiter Emissionshandel

Weil sie das System für erfolgreich hält, schlug die Kommission vor, ein ähnliches System auch für Verkehr und Gebäude einzurichten – vermutlich auch deshalb, weil klar wurde, dass nicht nur Österreich, sondern viele Staaten nicht genug für den Umbau im System getan haben. Ab 2027 wird es daher einen CO2-Preis für fossile Brennstoffe fürs Tanken und Heizen geben – mit einer Obergrenze von 45 Euro pro Tonne, die zumindest bis 2030 gelten soll. Bleiben die Energiepreise hoch, startet das System erst 2028.

Was heißt das für die Menschen? Bis 2030 werden die Preise an der Tanksäule und auf der Heizrechnung nur mäßig steigen – 45 Euro pro Tonne ist eine überschaubare Größe. Doch je nachdem, wie sehr der Preis nach 2030 steigt, könnte es dann teuer werden. Erwartet wird nämlich, dass die Unternehmen die Mehrkosten für CO2 an Kundinnen und Kunden weitergeben.

Dagegen wirken sollen Schritte wie das Verbrenner-Aus, der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel oder der Heizungstausch – denn damit sinkt die Abhängigkeit von Benzin oder Erdgas. Alternativen wie Elektroautos und Wärmepumpen werden im Vergleich günstiger.

Der Standard

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 - Zillingtal, APA/THEMENBILD