Wie Österreich mit grünem Wasserstoff plant

31. Mai 2023

Regierung betont Wichtigkeit des Energieträgers, ein Konsortium will ab 2030 liefern

Klimawende. Auch in Österreich wird schon lange überlegt, wo man fossile Energieträger durch klimaneutralen Wasserstoff ersetzen kann – und wo dieser herkommen soll. Die gute Nachricht: Der italienische Gasnetzbetreiber SNAM plant, Österreich und Deutschland bis spätestens 2030 mit grünem Wasserstoff aus Nordafrika zu versorgen. Das Projekt „South H2 Corridor“ wird von einem Konsortium aus fünf Firmen betrieben und soll von Tunesien und Algerien über Italien und Österreich bis nach Bayern verlaufen.

SNAM möchte für den Transport hauptsächlich das bestehende Erdgas-Pipelinenetz nutzen. Konkret soll der Wasserstoff über 3300 Kilometer lange Wasserstoffpipelines von Nordafrika nach Italien, Österreich und Deutschland transportiert werden.

Die Investitionen für das Wasserstoffsystem belaufen sich auf rund vier Milliarden Euro. Die Trasse soll jährlich 4,4 Millionen Tonnen (Megatonnen) Wasserstoff nach Italien transportieren, wovon 1,7 Megatonnen für Österreich und Deutschland bestimmt sind. Damit würde der Korridor einen Teil des europäischen Bedarfs abdecken.
Das Konsortium besteht aus SNAM, Bayerngas-Tochter Bayernets, Trans Austria Gasleitung (TAG), Sea Corridor (ein Joint Venture zwischen SNAM und dem italienischen Energieversorger Eni) und Gas Connect Austria. Aber auch Algerien und Tunesien stehen als Produzenten hinter dem Projekt.

Regierung einig

Kanzler Karl Nehammer hatte zuletzt beim Wasserstoffgipfel der Regierung Ende April betont, wie wichtig Wasserstoff in Zukunft als Energieträger vor allem für die Industrie sein wird. Energieministerin Leonore Gewessler sieht das ähnlich,
sie freue sich, „dass auf unsere Initiative Österreich, Deutschland und Italien gemeinsam für diese wichtige Importroute auftreten.“

Kurier

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