Tiwag hält 15 Prozent Strompreisreduktion für realistisch

1. Juni 2023, Innsbruck
Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser - JENBACH, APA/EXPA/JOHANN GRODER

Der landeseigene Energieversorger Tiwag hat das Geschäftsjahr 2022 mit 127,8 Mio Euro Gewinn und damit einem Plus von 8,3 Mio. abgeschlossen. Im Jahr 2021 waren es noch 119,5 Mio. Euro gewesen. Vor Journalisten bekräftigte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser zudem am Mittwoch die vom Unternehmen in Aussicht gestellte Strompreisreduktion für Herbst. Die von Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) geforderte Reduktion im Umfang von 15 Prozent sei „realistisch“.

Mattle hatte ebenjene Preisreduktion am Dienstag in der „Tiroler Tageszeitung“ ab Herbst eingefordert. Entscheidend sei aber, dass die „Rahmenbedingungen so bleiben wie derzeit“ und es „keine neuen Krisen gibt“, betonte Entstrasser. So dürfe es etwa „keine Trockenphasen“ oder Ähnliches geben. Geplant sei jedenfalls, dass man sich „dann alles genau durchrechnen wird“. In dieser Hinsicht sei man auch mit Tiwag-Eigentümervertreter Mattle in gutem Austausch. Der Landeshauptmann verfüge über „eine gute Einschätzung der möglichen Spielräume“, so Entstrasser.

Für ebenjene Spielräume und natürlich auch für Investitionen der Tiwag etwa in Photovoltaik oder in die Netze seien Gewinne in der Höhe des Geschäftsjahres 2022 unabdingbar, führte Entstrasser aus und erklärte, dass bis 2040 schließlich Investitionen in die Energiewende von bis zu 10 Mrd. Euro notwendig seien. Die Gewinne hätten es auch möglich gemacht, dem Land Tirol im Jahr 2022 rund 30 Mio. an Sonderdividende auszuschütten. Dabei handle es sich „um eine angemessene Größe“ und „einen Beitrag, der dem Eigentümer auch zusteht“.

Damit nahm Entstrasser auch Bezug auf AK-Präsidenten Erwin Zangerl, der in einer Aussendung am Dienstag daran erinnert hatte, dass die Tiwag den Auftrag habe, die Tirolerinnen und Tiroler „mit preiswerter Energie zu versorgen und nicht ihre Gewinne zu maximieren“.

Zuletzt hatte es um die Preisgestaltung des Energieversorgers immer wieder ein politisches Tauziehen gegeben. Die Tiroler Oppositionsparteien hatten die schwarz-rote Landesregierung – und vor allem Mattle als Tiwag-Eigentümervertreter – aufgefordert, hinsichtlich der Strompreiserhöhung ab Juni einzugreifen.

Die Tiwag verlangt – nachdem das Landesunternehmen die Strompreise für Haushalts- und Bestandskunden bis dato nicht erhöht hat – mit Juni einen Arbeitspreis von 18,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh), „als Anreiz für einen schnellen Umstieg“ wird ein zeitlich befristeter Bonus von 2 Cent pro Kilowattstunde angerechnet. Für einen Standardhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.900 kWh werden die monatlichen Mehrkosten unter Berücksichtigung der Strompreisbremse neun Euro betragen.

APA

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