Hochspannungsleitung durchs Ennstal wird generalsaniert

12. Juni 2023, Graz/Liezen
In die Sanierung sollen 145 Mio

Die Hochspannungsleitung durch das obersteirische und Salzburger Ennstal hat mehr als 70 Jahre auf dem Buckel. 2025 soll die Generalerneuerung der 220-kV-Leitung zwischen Liezen und Wagrain durch die Austria Power Grid (APG) starten. Das Verwaltungsgericht Wien habe nun die rechtskräftige Bau- und Betriebsbewilligung dazu erteilt, teilte die APG am Montag mit. In das Projekt werden rund 145 Mio. Euro investiert.

Mit der Generalerneuerung der 1949 in Betrieb genommenen 220-kV-Leitung zwischen dem Umspannwerk (UW) Weißenbach in der Steiermark und dem Einbindepunkt Wagrain in Salzburg will die APG die erforderlichen Kapazitäten für die Stromversorgung in der Region sicherstellen. Ein von der APG bereits im Juni 2020 angeregtes Feststellungsverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bei der steiermärkischen Landesregierung hatte ergeben, dass die Generalerneuerung der Leitung nicht UVP-pflichtig und daher nach dem Starkstromwegegesetz (StWG) zu genehmigen ist. Diese Entscheidung wurde vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) bestätigt, wie die APG ausführte. Seit 31. Oktober 2022 lag der positive StWG-Bescheid des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität und Technologie (BMK) vor. Ende April fand die zweitinstanzliche StWG-Verhandlung beim Verwaltungsgericht Wien satt, welches Mitte Mai das positive Erkenntnis erteilte. Damit sei die Bau- und Betriebsbewilligung für die Generalerneuerung der Ennstalleitung rechtskräftig, führte die APG weiter aus.

Die Leitungsverbindung von Weißenbach nach Wagrain und von dort zum Netzknoten Tauern stellt einen wichtigen Teil der Ost-West-Verbindung im APG-Netz dar. Damit werden via Tauern/Kaprun vor allem die Pumpspeicherkraftwerke in Zentral-und Westösterreich angebunden und die überschüssige Windenergie aus dem Osten des Landes kann in den Westen und Strom aus den Pumpspeicherkraftwerken österreichweit verteilt werden. Zusätzlich diene das Umspannwerk Weißenbach als zentraler Abstützungspunkt des 110-kV-Verteilernetzes der Energienetze Steiermark GmbH im steirischen Ennstal.

Neben der Erhöhung der Versorgungssicherheit sei die Generalerneuerung der Ennstalleitung wesentlich für das Gelingen der Energiewende, betonte APG-Unternehmenssprecher Christoph Schuh. „Sie steigert das Potenzial für die Integration von erneuerbaren Energien, trägt maßgeblich zur Erreichung der österreichischen Klima- und Energieziele bei und schafft nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten für Gesellschaft, Wirtschaft und Tourismus in der Region.“

Die Sanierung der 73,2 Kilometer langen Strecke soll laut APG von 2025 bis 2027 dauern. Es sollen sämtliche Maste, Fundamente, die Beseilung, Erdung und Armaturen auf den neuesten Stand gebracht werden. Das bestehende Einfachseil wird durch ein sogenanntes Zweierbündel ersetzt. Dadurch soll die Übertragungsleistung der Leitung erhöht werden. Die Trasse bleibt bei der Generalerneuerung ident, genau wie die Spannungsebene von 220 Kilovolt (kV).

Festgehalten wurde, dass die neuen Maste standortgleich und mit unveränderter Mastaufstandsfläche errichtet werden. Je nach Standort und Notwendigkeit können sie jedoch um bis zu 10 Meter erhöht werden. Dadurch soll es hinsichtlich der elektrischen und magnetischen Felder bei Wohnobjekten zu keiner Verschlechterung gegenüber der Bestandsleitung kommen. Zusätzlich werde die lichte Durchfahrtshöhe für landwirtschaftliche Fahrzeuge verbessert.

APA

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