EU-Parlament mit gemeinsamer Position bei Strommarktreform

14. September 2023, Straßburg
Preisschwankungen sollen besser abgefedert werden
 - Wolmirstedt, APA/dpa

Mit einer Reform des Europäischen Strommarkts wollen die Abgeordneten des Europaparlaments Verbraucher stärker vor Preisschwankungen schützen. Sie sollen demnach das Recht sowohl auf Festpreisverträge als auch auf Verträge mit dynamischen Preisen haben, wie aus der am Donnerstag in Straßburg festgelegten Verhandlungsposition des Parlaments hervorgeht. Verbrauchern sollen ebenso mehr Informationen über die Optionen, die sie abschließen, bereitgestellt werden müssen.

Versorgern soll nach Willen der Parlamentarier verboten werden, die Vertragsbedingungen einseitig zu ändern. Damit solle sichergestellt werden, dass alle Verbraucher und auch kleine Unternehmen von langfristigen, erschwinglichen und stabilen Preisen profitieren und die Auswirkungen plötzlicher Preisschocks abgeschwächt werden, hieß es. Auch bei Streitigkeiten zwischen Versorgern und Kunden solle verboten werden, die Stromversorgung für Schutzbedürftige zu unterbrechen.

Grundlage für die Parlamentsposition war ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission vom März. Die Brüsseler Behörde will mit der Reform des Strommarkts explodierende Preise für Verbraucher vermeiden und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Demnach sollen vor allem langfristige Verträge für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und aus Atomkraft gefördert werden. Bevor die Reform in Kraft treten kann, müssen die EU-Staaten sich noch mit dem EU-Parlament einigen.

Allerdings gibt es noch keine gemeinsame Position der Länder – ihre Positionen gehen teils weit auseinander. Bei den Debatten gab es laut EU-Diplomaten in der Vergangenheit unter anderem Befürchtungen, dass die französische Atombranche unverhältnismäßig bevorzugt werden könnte. Dabei standen sich demnach bisher vor allem Deutschland und Frankreich gegenüber.

Die Strompreise waren im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Grund dafür war unter anderem, dass zeitweise rund die Hälfte der französischen Atomkraftwerke ausfiel. Zudem war der Anstieg eine Folge rasant gestiegener Gaspreise wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

VW plant Stromgroßspeicher in Norddeutschland

13. Juni 2024, Wolfsburg
Die VW-Ladenetzsparte Elli soll die 700-Megawattstunden-Anlage betreiben
 - Wolfsburg, APA/dpa

Vorarlberger illwerke vkw erneuert Freileitung

11. Juni 2024, Bregenz
70,9 Kilometer lange 220-kV-Freileitung wird erneuert
 - Zillingtal, APA/THEMENBILD

Lkw-Bauer Scania steigt in Geschäft mit Ladesäulen ein

11. Juni 2024, Södertälje
Scania will mit Erinion 40

Photovoltaik-Ausbau bis 2030 laut E-Control auf Kurs

11. Juni 2024, Wien
Photovoltaik-Zubau lag im ersten Quartal 2024 bei knapp 500 Megawatt
 - Purbach, APA/THEMENBILD