Wien rechnet mit Milliarden-Investments für Gasausstieg

13. Oktober 2023, Wien
Hanke: "Raus aus Gas" in Wien kostet rund 30 Mrd

Die Stadt Wien wird mittel- bis langfristig Milliarden in den Gasausstieg investieren. In der Bundeshauptstadt sind Gasthermen in Wohnungen und Geschäften noch weit verbreitet. Die türkis-grüne Regierung müsse das für den Ausstieg notwendige Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) ehestmöglich fixieren, sagte Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) am Freitag vor Journalisten. Derzeit scheitert das Gesetz an der bei Energiethemen vorgeschriebenen Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament.

Die Umstellung von rund 650.000 Wohnungen in Wien, die mit Gas heizen und/oder kochen, auf Fernwärme, Wärmepumpe oder andere klimaneutrale Alternativen kostet laut Hanke bis 2040 rund 30 Mrd. Euro. Die Schätzung hatte der Finanzstadtrat bereits zu Jahresanfang einmal genannt. Die öffentliche Hand wird einen Teil der Milliardeninvestments schultern müssen. Der Ausbau des Fernwärmenetzes in Wien ist in der Kostenschätzung noch nicht inkludiert.

Die Stadt Wien ist mit 220.000 Gemeindewohnungen der größte kommunale Immobilienbesitzer in Wien. Mehr als Hälfte der Gemeindewohnungen ist laut dem stadteigenen Immobilienverwalter Wiener Wohnen bereits auf Fernwärme umgestellt. Die Kosten des Gasausstiegs bei den gemeindeeigenen Wohnungen für die Stadt Wien und Wiener Wohnen kann Hanke nicht beziffern. Diese würden auch vom geplanten Erneuerbare-Wärme-Gesetz und den Förderungen abhängen, sagte Hanke im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Im nächsten Jahr will die Stadt Wien einen „Wärmeplan“ vorlegen, in welchen Gegenden klimaneutrale Heizungssysteme verfügbar sind und sein werden. Das fehlende EWG sei der „Flaschenhals“, um in die Umsetzung zu kommen, so der SPÖ-Politiker.

Die Reduktion der Abhängigkeit von russischem Gas ist auch bei der stadteigenen Wien Energie ein großes Thema. Man habe die Lieferquellen „schon diversifiziert“, es sei „ein anderer Mix“ als noch vor Beginn des Ukraine-Kriegs, sagte der Finanzstadtrat. Als Eigentümervertreter habe er auch einen „klaren Auftrag an das Management“ der Wien Energie erteilt, die gesunkenen Großhandelspreise rasch an die Gas-, Strom- und Fernwärmekunden weiterzugeben.

APA

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