APG steckt rund 9 Milliarden in den Ausbau des Stromnetzes

24. Oktober 2023, Wien
APG rüstet das Stromnetz für erneuerbare Energien wie Windkraftanlagen
 - Ebreichsdorf, APA/THEMENBILD

Rund 9 Milliarden Euro wird die Verbund-Tochter Austrian Power Grid (APG) bis 2034 in den Ausbau des Stromnetzes und der Übertragungskapazitäten investieren, teilte der Netzbetreiber am Dienstag in einer Aussendung mit. Um die Stromversorgung des Landes von insgesamt 80 TWh bis 2030 auf erneuerbare Energien umzustellen, müsste die installierte Leistung von 36.000 MW auch managebar sein. Daher bedürfe es für die Erreichung der Klimaziele eines entsprechenden Stromnetzes.

Derzeit sei das Stromnetz diesen Anforderungen nicht gewachsen. So fehlen die Anschlusskapazitäten für erneuerbare Energien. Bereits jetzt müsse der Netzbetreiber stetig eingreifen, um eine Netzüberlastung zu verhindern. Der sogenannte Redispatchbedarf stieg von 94 Mio. Euro im Vorjahr auf heuer 125 Mio. Euro. So müssten fallweise Wasserkraft- oder Windkraftwerke abgeschaltet werden, um eine Überlastung zu verhindern. Eine mangelhafte digitale Vernetzung der Akteure sei ebenso ein Problem, wie das Fehlen einer Gesamtsystemplanung. Langwierige Genehmigungsverfahren würden ein übriges dazu beitragen, die Transformation zu erschweren.

Daher soll bis 2034 die Trafokapazität auf 57.000 MVA (Mio. Voltampere) nahezu verdoppelt werden. Die Anzahl der Umspannwerke will die APG um rund 39 Prozent auf 90 erhöhen. Die bestehenden Trafos reichen ebenfalls nicht – deren Anzahl wird um 74 Prozent auf 165 ausgebaut. Die West-Ost-Achse bei der Stromleitung muss neu errichtet oder umgestellt bzw. verstärkt werden. Dies betreffe rund 500 Kilometer 380-kV-Leitungen bzw. rund 400 Kilometer 220-kV-Leitungen. Damit soll die Basis geschaffen werden, rund 500.000 Produktionsanlagen im Griff zu haben. 

Derzeit laufen laut APG Verfahren für Projekte wie für den Zentralraum Oberösterreich, die Salzburg- bzw. Deutschlandleitung. Dazu kommen jetzt auch die Projekte Netzraum Kärnten sowie der Projektcluster Österreich Ost hinzu.

Allerdings zeichne sich ab, dass die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bedeutung von Netzprojekten nicht gerecht werden. „Dies muss umgehend saniert werden – die Beschlussfassung des Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) sowie des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) sind somit das Gebot der Stunde“, forderte APG-Vorstand Gerhard Christiner. „Die Erreichung der Ziele ist eine Mammutaufgabe, bei der es neben der Dekarbonisierung der Erzeugung auch die Transformation des Gesamtsystems versorgungssicher zu managen gilt. Damit diese gelingt müssen erneuerbare Anlagen und das überregionale Stromnetz im Rahmen einer Gesamtsystemplanung inklusive Speicherstrategie koordiniert ausgebaut werden“, ergänzte Christiner.

APA

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