Aktivisten fordern mehr Ehrgeiz auf Weltklimakonferenz

4. Dezember 2023, Dubai

Auf der UNO-Klimakonferenz in Dubai haben Aktivisten die 200 vertretenen Staaten zu deutlich mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung ermahnt. Dazu müsse die COP28 vor allem einen kompletten Ausstieg aus den klimaschädlichen Energieträgern Kohle, Öl und Gas beschließen, forderte am Montag Luisa Neubauer von „Fridays For Future“ Deutschland bei einer Protestaktion auf dem Konferenzgelände.

Scharf kritisierte die bekannte deutsche Aktivistin Neubauer insbesondere Aussagen des COP-Präsidenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Sultan Al Jaber, der zugleich den staatlichen Ölkonzern leitet. „Wenn Schlüsselpersonen den wissenschaftlichen Konsens anzweifeln, zieht das den ganzen Verhandlungsprozess ins Lächerliche. Wir sind hier, um die Würde und die Integrität dieser Konferenz zu schützen.“ Leider müsse man noch immer auf simpelste Erkenntnisse der Klimaforschung hinweisen, die seit Jahrzehnten vorliegen. „Das kann jedes Schulkind verstehen. Das ist lächerlich. Und darüber sind wir wütend.“

Der „Guardian“ und das „Centre for Climate Reporting“ hatten am Sonntag berichtet, Al Jaber habe im November in einer Videoschalte unter anderem mit UNO-Vertretern gesagt, es gebe „keine Wissenschaft“, die belege, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern notwendig sei, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dies widerspricht der herrschenden Meinung der Klimaforschung.

Clara Duvigneau von „Fridays For Future“ Deutschland richtete einen scharfen Appell an die „Anführer des globalen Nordens“, die seit Jahrzehnten zu wenig beim Klimaschutz täten. „Echtes Handeln meint: Alle Kohle, Gas- und Öl-Projekte müssen gestoppt werden – ohne Schlupflöcher“, sagte sie. „Wir haben euch im Blick. Wir sind wütend und wir sind enttäuscht. Wir sind ermüdet von all euren leeren Versprechen. Hier auf der COP muss ein kompletter Ausstieg aus allen fossilen Energien beschlossen werden.“

Die zweiwöchige Konferenz von knapp 200 Staaten mit rund 97.000 Teilnehmern soll am 12. Dezember enden. Ein Hauptstreitpunkt ist, ob es am Ende einen Beschluss zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas gibt.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Erdgas-Probebohrungen bei Molln gestartet

26. Feber 2024, Molln
Probebohrung nach Erdgas bei Molln in Oberösterreich gestartet
 - Baumgarten an der March, APA/ROBERT JAEGER

Vattenfall liefert Solarstrom an Evonik

16. Feber 2024, Flensburg/Essen
Evonik wird von Vattenfall beliefert
 - Essen, APA/dpa

Klimaziel 2040: EU-Kommission will 90 % weniger Emissionen

31. Jänner 2024, Brüssel
Emissionen sollen massiv reduziert werden
 - Plattling, APA/dpa

Deutsche Energiebranche rechnet mit Milliarden-Zusatzkosten

29. Jänner 2024, München
Noch wird viel Geld für das Stromnetz benötigt
 - Wittenburg, APA/dpa-Zentralbild