Schweizer Hotellerie: Schulferien besser koordinieren

18. Dezember 2023, Bern

In der Schweiz hat der Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig von den Kantonen eine bessere Koordination der Schulferien gefordert. Es liege nicht in deren Interesse, wenn sich die Leute in den Bergen auf die Füße treten und höhere Preise bezahlen müssten. „Dass alle immer gleichzeitig Ferien haben, ist ein Problem“, sagte der Branchenvertreter in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“.

Heuer beispielsweise lägen die Sportferien der großen Kantone Basel und Zürich sowie in Deutschland in denselben Wochen, sagte der 65-jährige Gastgeber des Hotels Schweizerhof auf der Lenzerheide. „Die Zimmer sind dann schnell ausgebucht und die Preise steigen.“

„Es würde dem Tourismus in den Bergen sehr helfen, wenn zumindest die grossen Kantone ihre Ferien koordinieren könnten“, sagte Züllig, der nach neun Jahren an der Spitze des Hotelierverbands Ende Jahr abtritt.

Sorgen bereitete Züllig die schwindende Zahl an Skilagern, die für Kinder eine günstige Variante von Winterferien darstellten. In den vergangenen Jahren seien immer weniger solche Lager durchgeführt worden, sagte er. Lehrer würden sich den Aufwand nicht mehr antun, und Gemeinden unterhielten günstige Skihäuser nicht mehr oder hätten diese verkauft. „Früher kamen die Kinder so mit dem Schneesport in Berührung. Geschieht dies nicht mehr, verlieren sie den Bezug zu den Bergen und machen keine Skiferien mehr.“

Die Branche erholte sich laut Züllig nach der Pandemie größtenteils gut. Dass die Schweiz nun als Destination von Touristen überrannt wird, glaubt er aber nicht. „Dafür ist das Angebot im internationalen Vergleich immer noch teuer.“

Das Problem seien Influencer, die Fotos von Sehenswürdigkeiten posten würden, sagte Züllig. „Es reisen dann Leute aus der ganzen Welt nur dorthin, um ein bestimmtes Foto zu machen. Das ist schon eine absurde Entwicklung und für einzelne Spots ein echtes Problem.“

APA/sda

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