Dämpfer für den Solarausbau

4. Jänner 2024

Für die Photovoltaik brachte 2023 in Österreich einen neuen Rekord. Auf das kommende Jahr blickt die Branche mit gemischten Gefühlen.

Für den Solarausbau war 2023 ein durchaus gutes Jahr. Rund zwei Gigawatt habe die Solarkraft in Österreich an Kapazität zugelegt, rechnet der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria). Das ist immerhin doppelt so viel wie noch im Vorjahr. „Ab jetzt brauchen wir dieses Niveau jedes Jahr, damit wir die Ziele erreichen“, sagt die Geschäftsführerin Vera Immitzer.

Genau dort liege aber auch der Haken: Für das kommende Jahr erwarte sie, dass der Ausbau abflaut. Schon in den vergangenen Monaten sei die Nachfrage nach neuen PV-Anlagen zurückgegangen, erklärt Immitzer.
Um das Ziel, das die Bundesregierung für die Solarkraft gesteckt hat, zu erreichen, müsste sich die aktuelle Produktion mehr als verdreifachen: von heute knapp vier Terawattstunden im Jahr auf über 13 Terawattstunden. Der entsprechende Ausbau soll dafür sorgen, dass die Stromerzeugung Österreichs bis 2030 vollständig durch Erneuerbare gedeckt wird.

Schleppender Netzausbau

Den Rekordausbau beizubehalten werde herausfordernd, meint auch Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur. Wichtige Treiber für die Installation von PV-Anlagen seien abgeschwächt. Etwa sind die Strompreise zurückgegangen, und das Thema Energieversorgung sei etwas in den Hintergrund gerückt. Zudem hätten Netzbetreiber mancherorts Restriktionen gemeldet, und die Menge des einspeisbaren PV-Stroms gedrosselt. Vielerorts sei nicht klar, ob eine neue Anlage ans Stromnetz angeschlossen werden könne, kritisiert dazu Immitzer.

Aber auch so manch positive Entwicklung bleibt aus dem vergangenen Jahr: Etwa werden neue PV-Anlagen bis zu 35 Kilowatt von der Mehrwertsteuer befreit. Für den privaten Ausbau erhofft sich die Branche damit Aufwind. Dazu komme, so Dolna-Gruber, dass Lieferketten für PV-Komponenten wieder stabiler seien und Preise für Module als auch für Batteriespeicher sänken. Zudem könnten sich Netzbetreiber mittlerweile darauf verlassen, dass die Anlagen keine Eintagsfliegen seien.

Seitens der Netzbetreiber gibt es zum Jahreswechsel auch gleich eine Ansage zum schnelleren Ausbau: So genehmigte die E-Control den Netzentwicklungsplan des Betreibers des überregionalen österreichischen Stromnetzes, APG. Bis 2034 will die APG rund neun Milliarden Euro investieren.

Im kommenden Jahr sei die Politik gefragt, die Rahmenbedingungen für den Ausbau zu verbessern, heißt es aus der Branche. Etwa müssten das Elektrizitätswirtschaftsgesetz sowie das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz aktualisiert und die Digitalisierung der Netze vorangetrieben werden. PV Austria fordert außerdem eine höhere Absicherung gegen niedrige Strompreise in der PV-Förderung. „Wir haben keine Zeit, uns auf schönen Zahlen aus dem vergangenen Jahr auszuruhen“, so Immitzer.

Der Standard

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