Tiwag bastelt Angebot für Gemeinden

4. Jänner 2024, Innsbruck

Wie Tarifkonzept aussehen wird, kann Tiwag-Vorstand Gasser noch nicht sagen. GemNova erhielt 50.000 Euro Provision für Gemeindepaket.

Auch die Tiroler Gemeinden ächzen unter den Stromkosten. Rund 200 haben Ende 2022 einen Vertrag mit dem Landesenergieversorger Tiwag abgeschlossen. Im Paket. Ausverhandelt hat es für sie wie in den Jahren zuvor die heuer in Konkurs gegangene Gemeindeverbandsfirma GemNova. Zu äußerst schlechten Konditionen, wie von den Gemeinden kritisiert wurde. „In der Hoffnung, dass sich der Strompreis im Laufe des Jahres 2022 wieder ent-
Die Gemeinden sind wichtige Partner für uns. Wir haben jetzt auch das kommunale Service aufgestockt.“
Thomas Gasser (Tiwag-Vorstand) spannt, erfolgte der Abschluss leider sehr spät“, sagt dazu Tiwag-Vorstand Thomas Gasser. Andere Großabnehmer hätten auch lange zugewartet.

Über Jahre hat die Tiwag mit der GemNova zusammengearbeitet, dafür gab es u. a. im Vorjahr auch eine Provision von 50.000 Euro. „Weil die GemNova ja Leistungen für uns erbracht hat, indem sie von den Gemeinden alles aufbereitet“, wie Gasser hinzufügt. Die Tiwag hatte somit einen Ansprechpartner.

Anfang 2023 konfrontierten die Abrechnungen die Kommunen dann so richtig mit den deutlichen Strompreissteigerungen und der Unmut entlud sich. Auf Druck der Politik wurde im Frühjahr nachverhandelt und die Tiwag bot vier Leistungspakete mit unterschiedlichen Laufzeiten an. Die Unzufriedenheit über die Strompreise ist jedoch geblieben. Jetzt prescht VP-Klubchef Jakob Wolf vor und fordert neuerlich günstigere Tarife. Schließlich werde es für die von der Tiwag versorgten Privathaushalte ebenfalls billiger.

Gemeindepräsident Karl-Josef Schubert führt deshalb Gespräche mit dem Landesenergieversorger. Das bestätigt Gasser gegenüber der TT. „Die Gemeinden sind natürlich ein wichtiger Partner für uns. Nach dem Aus für die GemNova haben wir das kommunale Service aufgestockt, damit die Kommunen immer einen Ansprechpartner haben.“ Derzeit wird kalkuliert, schließlich erfolge nach jedem Vertragsabschluss eine Preissicherung. „Wie unser Angebot an die Gemeinden aussehen wird, kann ich noch nicht sagen“, bittet Gasser um Verständnis.

Politisch übt NEOS-Chef Dominik Oberhofer Kritik an den Gemeinden. „Tatsache ist, dass viele trotz Ausschreibungspflicht ihre Stromverträge frei an die Tiwag vergeben haben. Damit bekam nicht der günstigste Anbieter den Zuschlag, sondern die teurere Tiwag.“ Seit geraumer Zeit würden die NEOS rechtliche Schritte prüfen, weil für Oberhofer fatale Rechtsbrüche im Raum stehen.

Tirolter Tageszeitung

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