Zahl der PV-Anlagen verdoppelt

31. Jänner 2024

ENERGIEWENDE

Von einem Rekordjahr 2023 in Sachen Photovoltaik und Windkraft spricht das Land NÖ. Was rund um Batterielösungen heuer geplant ist, hat die NÖN erfahren.

„Wir sind selbst überrascht, was hier investiert worden ist“, sagt Landes-Vize Stephan Pernkopf (ÖVP). Niederösterreich hat ein absolutes Rekordjahr der Energiewende hinter sich: Im Vorjahr haben die Landsleute über 52.000 neue Photovoltaik-Anlagen (2022: 15.000) auf ihren Dächern installiert. Damit kamen soviele Neuanlagen hinzu wie in den letzten sechs Jahren zusammen. Die Zahl der NÖ-Sonnenkraftwerke hat sich also verdoppelt. Ebenso (fast) die Leistung. „570.000 NÖ-Haushalte können damit rein rechnerisch, was den Jahresstrombedarf angeht, mit Sonnenstrom versorgt werden“, so Pernkopf.

Der weitere PV-Ausbau soll auf versiegelten Flächen wie Dächern, Hallen, Marktplätzen und auch Parkplätzen stattfinden. Wertvolle Agrar-Flächen seien tabu. Das Land NÖ unterstütze auch heuer PV-Parkplatz-Überdachungen mit einer Förderung, die gut bemessen sei und als Anreiz für Betriebe, Vereine, Kommunen und Co. wirken soll. „1.544 PV-Parkplätze wie etwa beim Megaplex St. Pölten, in der SCS oder beim Stift Altenburg wurden bereits genehmigt“, so Pernkopf. Mit dem Ende der „PV-Lotterie“ bei der OeMAG und der Vereinfachung des Fördersystems – PV-Anlagen und Stromspeicher sind heuer und 2025 mehrwertsteuerbefreit – erwartet sich Pernkopf einen weiteren Turbo.

NÖ stemmte 70 Prozent des Windkraft-Ausbaus

Auch bei der Windkraft stehe NÖ mit 54 Prozent aller Windräder in Österreich bzw. rund 800 Windräder an vorderster Stelle. „70 Prozent des Gesamtzubaus ist in Niederösterreich geschehen. In anderen Bundesländern wurde wenig bis gar nichts gemacht“, konstatiert Pernkopf.

Bis zum Jahr 2030 sollen 200 neue Windräder dazukommen. Die Ertragsleistung soll damit von jetzt 5.000 auf 12.000 Gigawattstunden mit rund 1.000 NÖ-Windräder im Jahr 2035 wachsen. Grundlage dafür ist die Überarbeitung der zehn Jahre alten Windzonierung. Neuarrondierungen, Wegfall nicht genützter bzw. bebauter Flächen und weitere Leistungsoptimierungen in Sachen Standorte sind geplant.

Batteriespeicher-Initiative wird gestartet

Die Landesregierung will heuer eine Batteriespeicher-Initiative mit einem Fördervolumen von 36 Millionen Euro starten. Damit sollen Großspeicherlösungen für die Pufferung und Speicherung von überschüssigem Sonnenstrom und zur Optimierung von Netzlasten ausgelotet werden. Pilotprojekte sind etwa in Neulengbach, Schweiggers, Litschau und Maissau geplant. Gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur (eNu) sollen möglichst viele neue Projekte unterstützt werden.

von Norbert Oberndorfer

NÖN

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