Photovoltaik-Strom erlebte in Vorarlberg 2023 einen Boom

29. Feber 2024, Bregenz
Solaranlage (Symbolfoto)
 - Wasbek, APA/dpa

Die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen ist in Vorarlberg im vergangenen Jahr um 5.000 auf 16.000 Stück angewachsen. Das bedeutet eine Steigerung der PV-Leistung um 100 Megawatt, womit bilanziell der Stromverbrauch von rund 28.000 Haushalten gedeckt werden kann. Energielandesrat Daniel Zadra (Grüne) sprach am Donnerstag von einer „sensationellen Bilanz“ und verwies auf eine Verdreifachung der zugebauten PV-Leistung. 2021 und 2022 waren je rund 30 Megawatt zu Buche gestanden.

Zadra führte den Boom im Wesentlichen auf das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 2021 zurück, über das österreichweit pro Jahr rund 1 Mrd. Euro an Förderungen bereitgestellt werden. In Kombination mit der Steigerung der Energiepreise durch den Krieg in der Ukraine habe das viele Private und Unternehmer zur Investition in die Sonnenstromerzeugung veranlasst. Davor waren jährlich rund 10 Megawatt an PV-Leistung dazugekommen. In Bezug auf die Leistung hielten sich 2023 die Anlagen der privaten Haushalte und von Gewerbe/Industrie in etwa die Waage, anzahlmäßig dominierten die privaten Anlagen. Das Leistungsniveau der PV-Anlagen in Vorarlberg liegt nun bei 262 Megawatt.

„Der Nachfragerekord ist ein wichtiger Schritt für die ‚Energieautonomie+ 2030‘ und den Klimaschutz. Um den positiven Trend zu stärken, wird das Fördersystem ständig weiterentwickelt und optimiert“, sagte Zadra. So zahlen etwa private Haushalte seit heuer beim Kauf einer PV-Anlage bis 35 Kilowatt Peak keine Umsatzsteuer mehr. Diese Maßnahme ersetzt die Bundesförderung und ist auf zwei Jahre befristet. Das Land gewährt zusätzliche Förderungen und setzt dabei 2024 einen Schwerpunkt bei PV-Anlagen zur Überdachung von schon bebauten Grundstücken und versiegelten Flächen wie etwa Parkplätzen.

Christian Vögel, Fachbereichsleiter für Energie und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung, unterstrich die Sinnhaftigkeit von PV-Anlagen insbesondere im Zusammenspiel mit Wärmepumpen oder E-Autos. Für ein Einfamilienhaus genüge in der Regel eine PV-Anlage mit 5 Kilowatt Peak, wolle man auch ein Auto laden, falle die Anlage entsprechend größer aus. Die Kosten für eine 5 Kilowatt Peak-Anlage liegen aktuell bei etwa 9.000 Euro.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

EU-Parlament verabschiedete Reform des EU-Strommarkts

11. April 2024, Brüssel
Reform soll Strompreise unabhängiger von Preisschwankungen machen
 - Pulheim, APA/dpa/gms/Federico Gambarini

Energiewende: Thermische Speicher sollen Wärme in den Winter bringen

11. April 2024, Wien
Tankspeicher mit einem Volumen von rund 40.000 Kubikmeter wird in Wien gebaut
 - Wien, Uwe Anspach/dpa/picturedesk

Offenbar Potenzial für „Windpark“ am Tiroler Patscherkofel

11. April 2024, Innsbruck
Bisher hat Tirol, wie andere westliche Bundesländer, keine Windräder
 - Parndorf, APA/ROBERT JAEGER

IG Windkraft fordert mehr Tempo in den Bundesländern

9. April 2024, Wien/St. Pölten
IG Windkraft fordert bessere Rahmenbedingungen für den Windkraftausbau
 - Sigless, APA/THEMENBILD