Erster Windpark in Salzburg: Einreichung zur UVP noch heuer

5. April 2024, Salzburg
Salzburg will bis zu 60 Windräder installieren
 - Bordelum, APA/dpa/Themebild

Bis 2030 will Salzburg die Stromerzeugung im Bundesland völlig auf erneuerbare Energieträger umstellen. Dazu sind neben Investitionen in Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft auch mehrere Windparks vorgesehen. Noch steht in Salzburg kein einziges Großwindrad, nach den Plänen des Landes könnten sich in absehbarer Zukunft jedoch bis zu 60 davon drehen. Maßgeblicher Akteur beim Erreichen der Ziele ist die Salzburg AG, die am Freitag über den Stand der Projekte informierte.

250 Gigawattstunden (GWh) Jahresleistung Strom sollen im Bundesland bis 2030 aus Windkraft kommen – auch um die saisonalen Stromimporte vor allem im Winter zu verringern. Ende 2021 wurden dazu im neuen Landesentwicklungsprogramm elf Vorrangzonen definiert, wo Windparks entstehen sollen. In den Zonen sind schnellere Verfahren möglich, etwa weil in einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) auf Umweltverträglichkeit vorgeprüft wurde. An den meisten potenziellen Standorten wurden – in unterschiedlichem Umfang – bereits Windmessungen durchgeführt.

Und diese sind an zwei Orten so vielversprechend verlaufen, dass nun die nächsten Schritte gesetzt werden können. Das konkreteste Projekt ist dabei jenes – nomen est omen – am Windsfeld in rund 2.000 Metern Seehöhe nahe dem Nordportal des Tauerntunnels der A10. „Dort sind bis zu 13 Windräder mit 30 MW möglich – das entspricht der Leistung von drei Salzachkraftwerken“, betonte der für Energieerzeugung zuständige Salzburg-AG-Vorstand Herwig Struber. „Die Messergebnisse waren zwar nicht hervorragend, aber zufriedenstellend.“ Der UVP-Antrag für das Projekt soll noch heuer erfolgen, ein Baubeginn wäre im besten Fall 2025 möglich. Die Salzburg AG ist mit 22 Prozent an dem Projekt beteiligt.

Am Lehmberg (Flachgau) laufen die Windmessungen erst seit Ende 2023. „Erste Ergebnisse sind aber äußert vielversprechend“, erklärte Struber. Noch diesen Sommer soll mit der Erstellung der Einreichunterlagen für die UVP begonnen werden, der Antrag selbst könnte 2025 erfolgen. Am Standort könnten einmal bis zu 15 Windräder mit 90 MW Leistung stehen. Am Lehmberg-Projekt ist die Wien Energie Partner der Salzburg AG.

Alleine die beiden Projekte könnten genügend Energie erzeugen, um die Windkraftziele des Landes bis 2030 zu erreichen. De facto sind aber bei fast allen geplanten Standorten Partner im Boot. Und: „E-Mobilität und Wärmepumpen werden in Zukunft für einen weiter steigenden Stromverbrauch sorgen, erklärte am Freitag auch Energielandesrat Josef Schwaiger (ÖVP). Sprich: Nur zwei Windparks werden zu wenig sein.

Schwaiger will nach Kritik von Naturschützern, Anrainern und Alpinvereinen an einzelnen Windkraft-Projekten „die Betroffenen zu Beteiligten machen“. Auch Salzburg-AG-Vorstandsvorsitzender Michael Baminger betonte heute, dass man über Beteiligungsarten wie Energiegemeinschaften oder Crowd Funding nachdenke. „Aber es ist zu früh, hier ein Modell in den Raum zu stellen“.

Rückenwind für den Ausbau der Windkraft erwartete sich Baminger heute von der geplanten Änderung des Naturschutzgesetzes durch das Land. Der ursprüngliche Entwurf der schwarz-blauen Landesregierung musste nach Kritik zwar überarbeitet werden, die Begutachtungsfrist endet jedoch kommende Woche. Mit der Novelle soll der Bau von Anlagen für Erneuerbare Energien stark beschleunigt werden.

Neben dem Windsfeld und dem Lehmberg prüft die Salzburg AG zurzeit weitere Standorte auf technische und wirtschaftliche Umsetzung. Das sind die Hochalm in Saalbach-Hinterglemm, der Anzenberg und der Rannberg in der Osterhorngruppe (Flachgau/Tennengau) und die Resterhöhe in Hollersbach (Pingzau). Zudem sollen heuer noch der Schneeberg und das Hochegg in den Pongauer bzw. Pinzgauer Grasbergen genauer untersucht werden.

APA

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