Strom billig wie lange nicht

3. Mai 2024

Private Haushalte bekommen Strom erstmals wieder unter 10 Cent je kWh. Ein Tarifcheck lohnt sich besonders. Kritik gibt es hingegen an der (früher sinnvollen) Strompreisbremse.

Ein Tarifvergleich lohnt sich besonders. Strom gibt es jetzt bereits ab 6,25 Cent je kWh netto.
Um die hohen Energiepreise abzufedern, wurde 2022 die Strompreisbremse gestartet. Bis zu 30 Cent je kWh übernimmt der Staat, und die Haushalte zahlen 10 Cent je kWh. Zuletzt hat die Politik angekündigt, ab Juli die Förderung auf 15 Cent zu halbieren. Experten fordern schon länger eine Reduzierung oder komplette Streichung. „Die Strompreise sind stark gesunken. Mittlerweile liegen die Angebote zum Teil unter der Strompreisbremse von 10 Cent“, so Martin Spona, Chef des Vergleichsportals Durchblicker. Wer einen solchen Tarif hätte, bräuchte keine Förderung.

Strompreisbremse bremst Wettbewerb am Markt Die Strompreisbremse, so sinnvoll sie war, hat mittlerweile einen Nachteil: Sie bremst den Wettbewerb. Denn ob die Versorger 15 oder 25 Cent je kWh verlangen, ist egal. Bis zu 2900 kWh im Jahr zahlt der Kunde nur 10 Cent – den Rest die Steuerzahler. Der Druck, die Tarife zu senken, ist daher gering. Die Reduktion dürfte Bewegung bringen. „Dennoch sehen wir die Fortführung der Kostenbremse kritisch. Während etliche Anbieter bereits sehr günstige Tarife bieten, halten andere ihre Preise höher als aufgrund sinkender Großhandelspreise gerechtfertigt wäre“, kritisiert Spona.

Ins gleiche Horn stößt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch: „Die Senkung der Neukundenangebote ging aufgrund der Stromkostenbremse schleppend voran. Hier gab es somit einen dämpfenden Effekt für den Wettbewerb.“
Die Haushalte sollten jedenfalls ihren Tarif checken. Viele Bestandsverträge liegen meist noch bei 20 Cent oder darüber, so der E-Control-Manager. Neukundenangebote fangen bereits bei unter 10 Cent je kWh an.

Die besten Preise bieten Floater-Tarife. Sie orientieren sich am Großhandel und werden monatlich angepasst. Hier derzeit die Nase vorne hat Enstroga (6,25 Cent je kWh), gefolgt von gogreenenergy (7,43 Cent) und oekostrom AG (7,50 Cent netto). „Es gilt aber, die Preisentwicklung im Auge zu behalten“, erklärt Spona. Da es keine Bindung gibt, kann man aber jederzeit wieder wechseln. Auf ein Jahr fix ist Grünwelt Energie (9,50 Cent) Bestbieter. Infos dazu auf durchblicker.at,
tarife.at oder e-control.at

Kronen Zeitung

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