Pilotprojekt für emissionsfreien Transport startet in Wien

4. Juni 2024, Wien
Auch die Post beteiligt sich am Projekt
 - Wien, APA

In Wien ist am Dienstag der Startschuss für ein Pilotprojekt gefallen, in dessen Rahmen Transport- bzw. Zustellverkehr auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt werden soll. Die teilnehmenden Firmen haben sich dabei verpflichtet, den ersten und zweiten Bezirk nur mehr mit solchen Gefährten zu frequentieren. Initiiert wurde das Projekt „Zero Emission Transport“ von der Wirtschaftskammer Wien. 32 Unternehmen sind mit dabei. Dauern wird der Pilotversuch vorerst drei Jahre.

Laut Kammerpräsident Walter Ruck konnten sowohl kleinere Betriebe als auch große Konzerne – wie etwa die Post – für den Pilotversuch gewonnen werden. Auch unterschiedliche Branchen sind umfasst. Die Unternehmen kurven nicht alle von Anfang an ausschließlich elektrisch durch die City bzw. die Leopoldstadt. Die Quote von 100 Prozent E-Mobilität soll aber innerhalb der nächsten drei Jahre erreicht werden, hieß es heute.

Möglich ist auch, dass noch weitere Firmen dazukommen, wie Ruck betonte. Auch die Anzahl der Bezirke ist nicht in Stein gemeißelt. Hier könnten im Lauf der Zeit noch weitere einbezogen werden. Evaluiert wird die Initiative von der Fachhochschule des BFI Wien.

Die gewonnen Daten aus dem „Feldversuch“ sollen etwa dazu beitragen, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Ökologie und Ökonomie aufzulösen, wie es Ruck formulierte. Vor allem die sogenannte letzte Meile würde überproportional viel Emissionen verursachen, gab er zu bedenken. Man unterstütze die Wiener Unternehmen darum bei ihren Bestrebungen zur Dekarbonisierung.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verwies auf das Wiener Vorhaben, bis 2040 klimaneutral zu werden. Das Projekt „Zero Emission Transport“ sei ein wichtiger Beitrag. „Es geht hier um die Frage, inwieweit es möglich ist, das Transportwesen auf Elektromobilität umzustellen.“ Die Stadt selbst gedenkt dies laut Ludwig auch weiter zu tun.

In den kommenden Jahre sollen dafür 56 Mio. Euro in den Fuhrpark von Stadtwerken und Magistrat investierte werden, berichtete der Bürgermeister. Als wichtiger Baustein gilt auch die Ausweitung der Ladeinfrastruktur. Die Wien Energie bietet etwa an, in Ladezonen E-Ladesäulen zu errichten.

Peter Umundum, der Vorstandsdirektor für Paket und Logistik bei der Österreichischen Post AG, kündigte an, bis Ende 2024 in den beiden Bezirken die Zustellflotte so umzurüsten, dass alle Pakete, Briefe, Printmedien oder Werbesendungen CO2-frei geliefert werden können. Ende 2025 sei dies für ganz Wien geplant, erläuterte er. In Städten wie Graz oder Innsbruck habe man das Ziel schon erreicht. „Wien ist aber eine andere Nummer“, gab Umundum zu bedenken.

Auch der Sicherheits- und Bewachungsdienstes Hel-Wacht nimmt am Projekt teil. Geschäftsführerin Margarete Landertshammer erzählte, dass 95 Prozent des Firmen-Fuhrparks bereits umgestellt seien. Klimaschutz sei dem Unternehmen deswegen auch ein großes Anliegen, da man rund um die Uhr in der Stadt unterwegs sei.

APA

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