Photovoltaik-Ausbau bis 2030 laut E-Control auf Kurs

11. Juni 2024, Wien
Photovoltaik-Zubau lag im ersten Quartal 2024 bei knapp 500 Megawatt
 - Purbach, APA/THEMENBILD

Im ersten Quartal 2024 sind hierzulande 497 Megawatt (MW) Photovoltaikanlagen zugebaut worden. Das war zwar nicht mehr ganz so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (Q1 2023: 646 MW), doch „der Boom geht weiter“, sagte E-Control-Vorstand Alfons Haber im Gespräch mit der APA. Der im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz vorgesehene Photovoltaik-Zubau von 11 Terawattstunden (TWh) bis 2030 sei damit jedenfalls auf Kurs.

Die Ausbauziele sehen vor, dass die heimische Erneuerbare Stromerzeugung bis 2030 um insgesamt 27 TWh gesteigert wird, davon sollen 11 TWh aus Sonnenenergie kommen. Bis 2030 müssen dafür pro Jahr 1.100 MW Photovoltaikanlagen dazukommen. Im heurigen ersten Quartal ist somit bereits fast die Hälfte des Jahreszieles erreicht, geht aus dem Quartalsbericht der Regulierungsbehörde zur Erhebung der Netzanschlüsse hervor.

Mit dem Bericht will die E-Control das Monitoring beim Netzanschluss Erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen verbessern, sodass bei auftretenden Problemen leichter Maßnahmen gesetzt werden können. Quartalsweise werden 16 große Verteilernetzbetreiber auf freiwilliger Basis befragt, damit seien 85 Prozent der Zählpunkte abgedeckt. Jährliche Erhebungen finden bei weiteren 44 Verteilernetzbetreibern statt, insgesamt seien damit 98 Prozent der Zählpunkte erfasst.

Zum Rekordausbau von 2023 sagte Haber: „Wir haben im letzten Jahr so viel zu gebaut, wie in den fünf Jahren davor. Man sieht, dass diese Größenordnung nicht in diesem Umfang gehalten werden kann.“ Dennoch: „Wenn wir laut unseren Zielen nicht 2,3 bis 2,5 Gigawatt pro Jahr, sondern im Schnitt 1 Gigawatt ausbauen, dann ist das eine gute Situation für die Zielerreichung“, so der Vorstand der Regulierungsbehörde.

Bisher seien heuer bereits 32.000 Anträge für neue Photovoltaikanlagen eingelangt, vorwiegend im kleineren Leistungsbereich bzw. im Haushaltsbereich. Zusätzlich seien rund 4.700 Kleinstanlagen angemeldet worden, darunter fallen unter anderem die sogenannten Balkonkraftwerke. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2023 seien 160.000 Anträge gestellt worden. Dabei seien die Bearbeitungszeiten von der Antragsstellung bis zur Bestätigung durch den Netzbetreiber heuer deutlich kürzer: Zu Jahresbeginn 2023 haben man im Schnitt bis zu 60 Tage auf eine Antwort gewartet, heute seien es noch durchschnittlich 17 Tage. Neben den niedrigeren Antragszahlen sei das auch auf mehr Personal bei den Netzbetreibern zurückzuführen.

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, dem rät die Regulierungsbehörde, den produzierten Strom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen. „Wenn ich Strom aus dem Netz beziehe, dann liegen die gesamten Stromkosten inklusive Netz und Abgaben bei rund 25 bis 30 Cent pro Kilowattstunde“, sagte Haber. Am Markt erzielt man für eingespeisten Strom derzeit deutlich niedrigere Preise. Den Strom selber zu verbrauchen, sei somit lukrativer, als ihn zu Marktpreisen zu verkaufen, so der Vorstand. Aktuelle Einspeistarife können etwa auch im Tarifkalkulator der E-Control verglichen werden.

Beim Kauf von Photovoltaikanlagen, wie auch bei der Anschaffung von Speichern, sei es wichtig, auf die Wirtschaftlichkeit zu achten. „Hier sind auch Anlagenplaner aufgefordert, gute Wirtschaftlichkeitsanalysen durchzuführen, beginnend bei der richtigen Dimensionierung der PV-Anlage und ob und wie sich Speicher wirtschaftlich einsetzen lassen“, sagte Haber. Mit der richtigen Dimensionierung werde die Anlage in Summe günstiger und die Anschaffungskosten seien schneller durch die eigene Stromproduktion refinanziert.

APA

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