Speicher verteilt Erträge von Balkonkraftwerken besser

17. Juni 2024

EET Solmate kann auch Notstrom liefern

Energie. Balkonkraftwerke liegen voll im Trend. Die Gaskrise und die dadurch steigenden Strompreise haben bei vielen Menschen die Lust auf mehr Selbstversorgung geweckt. Photovoltaikmodule mit Wechselrichter und einer Gesamtleistung bis zu 800 Watt verkaufen sich wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Immer öfter werden für Balkonkraftwerke Speicher angeboten, die Strom nach Einbruch der Dunkelheit weiter ins Hausnetz einspeisen. Ein solches Produkt ist der EET Solmate. Der KURIER hat ihn getestet.

Akku und Wechselrichter

Der Solmate erfüllt gleich mehrere Funktionen. Die Basis ist eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 1,44 Kilowattstunden Kapazität. Integriert ist ein Wechselrichter, an den bis zu vier Photovoltaikmodule angeschlossen werden können. Ein weiterer Bestandteil ist ein Energiemanagementsystem, das erkennt, welche Stromverbraucher gerade im Haushalt eingeschaltet werden und wie viel Strom der Solmate dafür bereitstellen könnte. Andere Anbieter bieten diese Funktionen nur in separaten Geräten an.

Beim Solmate steckt alles in einem flachen, schicken Gehäuse. Was dazukommt, ist der optionale Inselbetrieb. Kommt es zu einem Stromausfall, ist der Speicher nicht nutzlos, sondern liefert über eine integrierte Schuko-Steckdose genug Strom, um beispielsweise den heimischen Kühlschrank am Laufen zu halten. Andere Speicherprodukte sind auf ein funktionierendes Hausnetz angewiesen, um selbst Strom liefern zu können.

Gesteuert wird der Solmate per Smartphone-App. Darin sind die Stromflüsse ersichtlich und es können verschiedene Einspeiseprofile gewählt werden.

Gefertigt wird das Produkt nicht in China oder den USA, wie einige Konkurrenzprodukte, sondern in Graz. EET will mit Qualität punkten. Angeboten wird Solmate ab 1.995 Euro im Paket mit zwei Photovoltaikmodulen.

Massives Wachstum

Bei Balkonkraftwerken, die mit einem Speicher kombiniert sind, gab es gerade in den vergangenen zwei Jahren ein massives Wachstum. Wirtschaftlich seien Kombi-Systeme aus PV-Modulen und Speicher nur in seltenen Fällen interessant, sagt Hubert Fechner von der Technologieplattform Photovoltaik. Sie würden sich zu langsam amortisieren. In der Masse allerdings könnten Balkonkraftwerke generell eine gewichtigere Rolle spielen. „Wenn man nur die Hälfte aller vorhandenen Balkone und Terrassen in Österreich auf diese Weise nutzt, könnte man etwa ein bis zwei Terawattstunden erzeugen.“ Für die Energiewirtschaft sei das ein signifikanter Wert.

„Außerdem fangen Menschen dadurch an, über Energie nachzudenken und ihren Verbrauch zu optimieren.“ Das sei laut Fechner wohl der größte Nutzen.

Kurier

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