Nationalrat: 70 Millionen für neue Gasleitung freigegeben

4. Juli 2024, Wien
"WAG Teil-Loop" in Oberösterreich (Symbolbild)
 - Morelmaison, APA/AFP

Der Nationalrat hat am Mittwochabend einstimmig eine Finanzspritze für eine neue Gasleitung genehmigt, die die Abhängigkeit von Russland schmälern soll. Konkret sollen 70 Millionen für den „WAG Teil-Loop“ als Teil der West-Austria-Gasleitung zugeschossen werden. Dabei wird der Abschnitt zwischen Oberkappel und Bad Leonfelden um einen 40 Kilometer langen parallelen Leitungsstrang erweitert.

Auch wenn alle Fraktionen die Vorlage unterstützen, übten SPÖ und FPÖ heftige Kritik daran, dass es so lange gedauert hat, bis das Projekt angegangen wurde, weil es Streit um die Zuständigkeit für die Finanzierung gegeben habe. SP-Mandatarin Michaela Schmidt sprach von einer Verzögerungsstrategie auf Kosten der Versorgungssicherheit. „Um diesen Mickey Mouse-Betrag streiten sie zwei Jahre rum“, ärgerte sich auch der freiheitliche Abgeordnete Aexel Kassegger. Dies sei „grob fahrlässig“ angesichts dessen, dass schon kommendes Jahr russisches Gas ausfallen könnte.

„Unwürdige Streitereien“ erkannte auch die NEOS-Abgeordnete Karin Doppelbauer. Doch werde Österreich nicht sterben, wenn die Leistung nicht ausgebaut werde: „Es gibt genug Gas am Markt.“ Aber der Bau sei durchaus „strategisch wichtig“.

Enorme Bedeutung misst der 40 Kilometer-Leitung offenbar VP-Energiesprecherin Tanja Graf zu: „Diese Gasleitung ist unsere Lebensader.“ Es handle sich nicht nur um ein technisches Infrastrukturprojekt sondern um einen Baustein für die Sicherheit der Energieversorgung. Zudem können die Leitung auch Wasserstoff transportieren.

Grünen-Umweltsprecher Lukas Hammer betonte, dass man auch ohne „WAG Loop“ sehr gut aufgestellt sei und einen russischen Ausfall verkraften könnte. An die SPÖ gewandt forderte er die Sozialdemokraten auf, am Donnerstag bei der Grüngas-Novelle die Stimmen für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit beizusteuern: „Da können sie beweisen, ob sie nur von Unabhängigkeit und der Energiewende reden oder auch bereit sind mitzustimmen.“

APA

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