Tinetz investiert 3 Mrd. Euro

8. Juli 2024, Innsbruck

Um die Energiewende zu ermöglichen, steckt die Netz-Tochter der Tiwag Milliarden in die Tiroler Stromnetz-Infrastruktur.

Drei Milliarden Euro wird die Tinetz in den kommenden 16 Jahren investieren. Grund ist die von der Bundesregierung angestrebte Energie-,Wärme-und Mobilitätswende. Das Land Tirol will zudem bis 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Dafür werden nun die technischen Voraussetzungen geschaffen. „Der Investitionsbedarf der Tinetz für Netzertüchtigungen verdreifacht sich bis 2040, der notwendige Personalbedarf für die Umsetzung steigt um etwa 48 Prozent“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Trattler.

In der Vergangenheit wurden die Verteilnetze quasi als „Einbahnstraßen“ errichtet, erklärt der technische Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder. Der Stromfluss ist vor allem von zentralen, größeren Kraftwerken vom Hochspannungsnetz über die Mittelund Niederspannungsnetze zu den Betrieben und Haushalten geflossen. Mit dem Zuwachs an Kleinkraftwerken, zu denen auch private Photovoltaik-Anlagen gehören, fließt der Strom immer öfter auch in die entgegengesetzte Richtung – also aus den Nieder-und Mittelspannungsnetzen zurück in die Hochspannungsnetze. Die „Einbahnstraßen“ müssten nun fast gleichzeitig verbreitert oder mit Regulierungsmechanis men ausgestattet werden.

Ein Schwerpunkt läuft derzeit zum Beispiel im Niederund Mittelspannungsnetz des Wipptals und seinen Seitentälern. „Nach der Erneuerung der Brennerleitung inklusive der ausgebauten Umspannwerke in Vill und Steinach investieren wir jetzt in den Ortschaften, um die Leistungsfähigkeit unserer Anlagen zu verstärken“, sagt Thomas Rieder.

Das Verteilernetz der Tinetz ist in rund 4300 Ortsnetze unterteilt. Neben den Maßnahmen auf allen Netzebenen wird außerdem der Bau von bis zu 2000 zusätzlichen Ortsnetzstationen erforderlich. Energielandesrat LHStv. Josef Geisler erklärt: „Die Stromleitungen sind die Lebensadern unseres Landes und ein entsprechender Ausbau ein zentraler Bestandteil der Tiroler Energiewende.“ Auch die Gemeinden seien ein wichtiger Partner für das Mammutprojekt, so die Geschäftsführer.

Tiroler Tageszeitung

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