E-Wirtschaft fordert Bekenntnis zur Energiewende

10. Juli 2024, Wien
E-Wirtschaft fordert mehr Tempo bei der Energiewende
 - Wien, APA/THEMENBILD

Die heimische E-Wirtschaft fordert in Richtung der nächsten Regierung ein klares Bekenntnis zur Energiewende und mehr Tempo bei den dafür notwendigen Entscheidungen. Dazu brauche es einen parteiübergreifenden Schulterschluss. Das Ziel, Österreich energiepolitisch neu und unabhängiger aufzustellen, müsse außer Streit stehen, sagte Oesterreichs-Energie-Präsident Michael Strugl bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

Die durch den Ukraine-Krieg stark gestiegenen Energiepreise hätten gezeigt, dass Österreichs Energieversorgung nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen auf eigene Beine gestellt werden müsse. Wenn Österreich seine Klima- und Energieziele erreichen wolle, müsse zudem alles elektrifiziert werden, was elektrifiziert werden kann. Dies erfordere eine Verdoppelung der Stromerzeugung und eine Verdreifachung der Leistung bis 2040, so die Generalsekretärin von Österreichs Energie, Barbara Schmidt.

Mit einem „Zukunftspakt für Österreich“ werben die Branchenvertreter nun für eine breitere Unterstützung am Weg zur Energiewende durch Politik und Verwaltung, aber auch durch die österreichische Bevölkerung. Die E-Wirtschaft hat darin mehrere Themenfelder identifiziert, in denen aus ihrer Sicht dringender Handlungsbedarf besteht.

Von der nächsten Regierung wünschen sich die Branchenvertreter eine Bündelung der Zuständigkeiten in einem „Transformationsministerium“, das die Energiewende vorantreibt. Weiters drängt die Branche auf die Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz sowie weiterer regulatorischer Rahmenbedingungen wie die Umsetzung des EU-Gasmarktpakets. Zudem verlangen die Branchenvertreter Rechtssicherheit bei Preisanpassungen in Stromlieferverträgen.

Darüber hinaus fordert die E-Wirtschaft klare Vorgaben für die Ausweisung von geeigneten Flächen und Zonen in den einzelnen Bundesländern, eine klare Strategie für die zukünftige Nutzung von Wasserstoff, Anreize für den Netzausbau, mehr Tempo bei Genehmigungen und Verfahren sowie einen langfristigen Plan zur Aufrechterhaltung der Systemsicherheit.

Für den Umbau des Energiesystems brauche es zudem zahlreiche Fachkräfte, viele innovative Köpfe und einen gesellschaftlichen Konsens zur Erreichung der Energie- und Klimaziele, betonte Schmidt. Zudem müsse mehr in Forschungs- und Umweltförderprogramme investiert werden.

Auch die E-Wirtschaft will ihren Beitrag leisten: „Wir werden weiter investieren, wir werden weiter bauen, wir werden Anlagen bauen, wir werden Leitungen bauen, wir werden weiter an innovativen Projekten arbeiten“, so Strugl. Die Branche werde Versorgungssicherheit schaffen und die Österreicherinnen und Österreicher „umfassend und transparent“ über den Umbau des Energiesystems informieren.

APA

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