
Die Wiener Linien schicken den nächsten Wasserstoff-Bus in den Testbetrieb. Ein zwölf Meter langes Zero-Emissions-Modell von Hyundai soll ab diesem Sommer drei Jahre lang in der Bundeshauptstadt fahren, sagte Gudrun Senk, Technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, am Donnerstag in der Busgarage Leopoldau, wo seit Ende 2021 eine Tankstelle für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge in Betrieb ist.
Noch im März testeten die Wiener Linien einen Wasserstoff-Bus des Münchner Herstellers Arthur. „Wir bemühen uns wirklich, alle Fahrzeuge, die verfügbar sind am Markt, nach Wien zu bekommen und im Echtbetrieb durchzutesten“, so Senk. Mit der 700-bar-Tankfüllung biete speziell der Niederflurbus von Hyundai eine „weltweit neuartige Technologie“. Jetzt soll der Wagen „auf allen Linien“ und „quer durch die Stadt“ in den Belastungstest gehen.
Kooperation zwischen Korea und Europa
Entstanden ist das Fahrzeug in Zusammenarbeit mit dem slowenischen Bushersteller TAM. Laut Roland Punzengruber, Geschäftsführer von Hyundai Import GmbH, handelt es sich um das erste Projekt außerhalb Asiens, „wo das Chassis und der Power-Train kombiniert wurden“, aber gleichzeitig mit einem europäisierten Aufbau. Das einzigartige Modell besitze die Möglichkeit, dual zu tanken – sowohl mit 350 bar als auch mit 700 bar. Mit 90 kW sorge die Brennstoffzelle vom koreanischen Hyundai wiederum für eine potenzielle Reichweite von bis zu 700 Kilometern, ohne Treibhausgase auszustoßen.
Österreich eigne sich jedenfalls bestens für die Proben. Denn die Alpenrepublik sei „punkto Topografie, punkto Klimavoraussetzungen, aber auch punkto Ansprüche der Busbetreiber sicherlich eines der härtesten Pflaster in Europa“, so Punzengruber.
Weitere Wasserstoff-Busse für 2025 geplant
Daneben sollen ab Sommer auf der Linie 39A in Döbling die ersten von insgesamt zehn Wasserstoff-Bussen vom portugiesischen CaetanoBus an den Start gehen und in der Busgarage Leopoldau tanken können. Ebenfalls ab Mitte 2025 sollen auf den Linien 2A und 3A in der Inneren Stadt Kleinbusse des italienischen Herstellers Rampini zum Einsatz kommen, die sowohl mit Wasserstoff als auch mit Elektrizität funktionieren. Die Tank- beziehungsweise Ladestationen dafür befinden sich im Campus der Wiener Netze in Simmering.
Für diese H2-Busse nehmen die Wiener Linien knapp 14 Millionen Euro in die Hand, wobei die Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Bussen zu 80 Prozent aus der EBIN-Förderung mit Mitteln der EU kommen. Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sieht die österreichische Metropole dahingehend in einer Vorreiterrolle. „Wien Energie, Wiener Netze und Wiener Linien haben ihre Kräfte für das Ziel der Klimaneutralität 2040 gebündelt und setzen die Wasserstoffstrategie der Wiener Stadtwerke nun Schritt für Schritt in die Realität um“, heißt es in einer Aussendung.
APA