Energieverbrauch ist gesunken: Einer der Gründe ist unerfreulich

2. April 2025, Salzburg-Stadt

Im Gebiet der Landeshauptstadt wurde im Jahr 2023 um rund fünf Prozent weniger Energie verbraucht als im Jahr zuvor. Dieser Rückgang hat aber nicht nur erfreuliche Gründe wie Effizienzsteigerungen und Gebäudesanierungen.

Kaum eine andere Stadt erhebt die Daten so genau. Der Gesamtverbrauch betrug 2572 Gigawattstunden, das wären rund 2,5 Milliarden Waschmaschinengänge. Auch der Importanteil ging um 4,5 auf 47 Prozent zurück. Bei den Treibhausgasemissionen gab es ein Minus von sieben Prozent. Der (auch längerfristig seit 2014 registrierte Verbrauchsrückgang) sei bemerkenswert, „wenn man bedenkt, dass sowohl die Einwohnerzahl als auch die Wirtschaftsleistung gestiegen sind“, sagt der Experte Oskar Mair am Tinkhof vom Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen.

Der Verbrauch verteilt sich zu 41 Prozent auf Gewerbe und Dienstleistungen, zu 36 Prozent auf private Haushalte und zu 23 Prozent auf Verkehr. Der Anteil erneuerbarer Energieträger blieb mit 49 Prozent relativ konstant. In der Stadtverwaltung erreichte er 68 Prozent, sagt Energiekoordinator Christoph Hillebrand aus der Baudirektion. Der Verbrauch verringerte sich um vier Prozent. Allerdings hat die Stadtgemeinde nur einen Anteil von zwei Prozent an den gesamten Treibhausgasen im Stadtgebiet.

Die Stadtpolitik bewertet die Entwicklung als erfreulich. Aber man sei von den Zielen der Klimaneutralität 2040 noch weit entfernt, räumen Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ plus) und Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) ein. „Wir brauchen noch Kraftakte“, so Schiester. Das geht natürlich nur mit Partnern wie dem Land und der Salzburg AG. Dabei sei vor allem eine entsprechende Wohnbausanierungsförderung des Landes notwendig. Einiges erreicht hat die Stadt selbst mit Heizungsaustausch, Photovoltaik, Elektrofahrzeugen und verbesserter Fahrradinfrastruktur.

Einen enorm großen Hebel erblicken die Verantwortlichen in der Umstellung der Fernwärme. Hier haben die Erneuerbaren immerhin einen Anteil von bereits 40 Prozent. Auch Photovoltaik soll noch mehr forciert werden. Dankl denkt dabei an viele Gebäude, wie das Tribünendach des Sportzentrums Mitte.

Salzburger Nachrichten