Gas bis 15 Prozent billiger, Lückenschluss erst 2026

2. April 2025, Innsbruck

Tigas senkt ab Juli den Gaspreis um bis zu 15 %. Der Zusammenschluss mit dem Salzburger Gasnetz in Hochfilzen wird erst im Frühjahr 2026 fertig.

Die letzten Berechnungen laufen zwar noch, doch im Grunde ist es fix: Der landeseigene Tiroler Gasversorger Tigas wird im Juli die Gaspreise um 10 bis 15 Prozent senken, bestätigt Geschäftsführer Georg Tollinger gegenüber der TT. Der Nettopreis werde dann von derzeit rund 6 auf etwa 5 Cent netto je Kilowattstunde sinken. Ein Standardhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden erspare sich laut Tollinger brutto rund 130 Euro im Jahr. Im Vergleich zu den Kosten im Juli 2024 erspare man sich trotz der mit Jahreswechsel vollzogenen Erhöhung des vorgegebenen Netztarifs sowie diverser staatlicher Energieabgaben rund 26 Euro im Jahr.

Das vergangene Jahr habe die Tigas mit einem Ergebnis von „plus minus null“ abgeschlossen, so Tollinger.
Gasspeicher zu 40 % voll.

Die Gasversorgung für kommenden Winter sei gesichert. „Die Speicher sind zu 40 Prozent gefüllt“, schildert der Tigas-Manager. Ziel sei es, die Speicher bis Herbst wie vorgeschrieben zu 90 %zu befüllen, wenngleich auf EU-Ebene gerade Gespräche liefen, die vorgeschriebene Speichermenge eventuell zu reduzieren. Unterdessen verzögert sich der Lückenschluss der Gasleitung zwischen Tirol und Salzburg, also der Anschluss von der Salzburger Seite an das Tiroler Netz in Hochfilzen. „Die Salzburger sind beim Bauen der Gasleitung, uns fehlt aber noch der Bescheid für die neue Station in Hochfilzen, wo die Gasleitungen aus Tirol und Salzburg zusammenstoßen“, so Tollinger. Darüber werde mit den Behörden verhandelt, parallel liefen die Ausschreibungen für den Bau der Station. Heuer werde man daher den Lückenschluss wohl nicht mehr schaffen: „Im Frühjahr 2026 sollte es so weit sein.“

Nach dem Lückenschluss wird auch das Werk des Gas-Großkunden RHI Magnesita in Hochfilzen vom Tiroler in das Salzburger Gasnetz wechseln. Diesen Wegfall müssen alle anderen Gasnetz-Kunden kompensieren, damit drohen höhere Netztarife von bis zu 10 Prozent. Ob es tatsächlich so weit kommt, ist aber offen. RHI habe nämlich bei der Tigas den Antrag für einen Wasserstoff-Anschluss gestellt.

Zukunftsmusik Wasserstoff

Bis dahin dürfte aber noch viel konventionelles Gas fließen. Es gäbe jedenfalls zwei mögliche Wasserstoff-Stränge: Von Tunesien über Pipelines nach Europa kommend, würde es über die italienisch-österreichische Grenze in Arnoldstein ins Land fließen und weiter via kleines Deutsches Eck und Fieberbrunn auch ins Inntal strömen.
Darüber hinaus gebe es auch Pläne mit Bayern, bis 2040 Wasserstoff auch nach Tirol zu liefern.

Tiroler Tageszeitung