Stromproduktion der Kelag sinkt im Jänner um 40 Prozent unter langjährigen Durchschnitt. Verbund beklagt bei Drau-Kraftwerken Einbußen von 20 Prozent. Strom muss verstärkt zugekauft werden.
Kärnten deckt über das Jahr den Großteil seines Strombedarfs durch Wasserkraft, 540 – zumeist kleine – Kraftwerke sind in Betrieb. Je weniger Niederschläge, desto geringer deren Strom-Ausbeute. Und 2025 war ein außergewöhnlich trockenes Jahr – mit erheblichen Folgen für die Stromproduktion.
Besondere Bedeutung haben die zehn Laufkraftwerke der Verbund-Tochter AHP entlang der Drau. Die Stromerzeugung dieser Laufkraftwerke lag im Vorjahr um ein Fünftel unter dem Durchschnittswert, also bei etwa 80 Prozent, teilt Verbund-Sprecher Robert Zechner auf Anfrage der Kleinen Zeitung mit. „Auch aktuell ist die Wasserführung deutlich unterdurchschnittlich“, so Zechner. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass 2024 die Wasserführung der Drau überdurchschnittlich war. „Langfristig gehen Studien davon aus, dass die Niederschlagsmengen insgesamt einigermaßen stabil bleiben, saisonal aber stark schwanken“, erklärt Zechner.
Der Kelag macht die aktuelle Trockenheit ebenfalls zu schaffen, so Kelag-Sprecher Josef Stocker. „Sie begann bereits im Mai 2025. Das zweite Halbjahr 2025 war das dritttrockenste Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen.“ Nur 1971 und 2022 waren noch trockener. Die Kelag musste bei der Erzeugung ein Minus von 27 Prozent hinnehmen, einer der historisch schlechtesten Halbjahreswerte überhaupt. Seit dem Jahreswechsel hat sich die Situation nicht entspannt, auf den Bergen liegt wenig Schnee. „Aktuell verzeichnen wir im Jänner ein Minus von 40 Prozent der Regelproduktion auf den langjährigen Durchschnitt“, so Stocker. Zumindest seien die Speicher mit 67 Prozent für Anfang Jänner normal gefüllt. Ein großer Teil des mittels Wasserkraft produzierten Stroms komme im Jänner aus Speicherkraftwerken.
Doch selbst in Normaljahren deckt die Kelag im Jänner nur rund 40 Prozent des täglichen Bedarfs aus Strom aus eigener Wasserkraft. Die Stromversorgung sei zwar gewährleistet, betont die Kelag, weil aus anderen Regionen der benötigte Strom zugekauft wird. „Wegen der niedrigen Wasserführung müssen wir seit Mai 2025 mehr Strom zukaufen.“ Eine Diversifizierung der Stromerzeugung im Winter sei „unerlässlich, insbesondere über Wind“, so die Kelag.
Von Uwe Sommersguter
Kleine Zeitung




