Planloser Gas-Ausstieg wird zur Kostenfalle

16. Jänner 2026

Energiewende. Österreichs Verteilernetzbetreiber drängen auf eine rasche Neuordnung des Gasmarktes: Ohne klare Strategie drohen die Netzkosten für verbleibende Kunden zu explodieren. Zudem macht die Unsicherheit der Industrie zu schaffen – das sagen die Betreiber der großen Gasnetzverteiler.


Nach dem Beschluss des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG, „Günstiger Stromgesetz“) fordern die Energieexperten nun denselben Eifer für den Gasmarkt. Beim energiepolitischen Hintergrundgespräch des „Forum Versorgungssicherheit“ machten die Netzbetreiber deutlich: Der Abschied vom Erdgas muss geordnet ablaufen, sonst wird es teuer.


Kostenspirale


Die Nachfrage nach Erdgas sinkt bereits spürbar. Allein im Burgenland gab es Ende 2024 rund 12,8 Prozent weniger Gas-Zählpunkte als noch vier Jahre zuvor, am deutlichsten war der Rückgang in Oberösterreich und Kärnten mit jeweils minus 15,6 Prozent. Österreichweit ging die Nutzung um etwa 10 Prozent zurück.

Warum das so ist? Immer mehr Haushalte wechseln punktuell auf Wärmepumpen oder Fernwärme. Das Problem dabei ist physikalischer und finanzieller Natur: „Je weniger Teilnehmer im Netz, desto höher der Anteil für den Einzelnen“, warnt Florian Pilz, Geschäftsführer von Netz Burgenland. Da die Fixkosten für die Infrastruktur gleich bleiben, müssen diese auf immer weniger Kunden umgelegt werden, was die Gebühren für die Verbliebenen in die Höhe treibt.


„Energieraumplanung“


Um diese Preisspirale und ineffiziente Parallelstrukturen zu verhindern, fordert das Forum Versorgungssicherheit eine umfassende „Energieraumplanung“. Die Politik müsse klar definieren, in welchen Regionen Gasnetze komplett stillgelegt werden und wo sie langfristig erhalten bleiben.

Privathaushalte: Wo das Netz stillgelegt wird, müssen Alternativen wie Fernwärme oder verstärkte Stromnetze für Wärmepumpen bereitstehen.

Industrie: Für Gewerbe und Industrie ist Gas in vielen Prozessen nicht ersetzbar. Hier soll das Netz für klimafreundliche Alternativen wie Biomethan oder Wasserstoff erhalten oder sogar ausgebaut werden. Wasserstoff zum Heizen sei aber nicht sinnvoll.

Kurier