
Chinas Solarindustrie rechnet mit einem deutlich geringeren Zubau neuer Photovoltaikanlagen in der Volksrepublik. Wie der Verband der Solarindustrie in Peking erklärte, dürfte 2026 die Gesamtkapazität neu gebauter Anlagen zwischen 180 und im besten Fall 240 Gigawatt betragen. Das entspricht einem deutlichen Rückgang, nachdem das Land mit dem weltweit größten Solarmarkt im Vorjahr einen Rekordwert von rund 315 Gigawatt zugebaut hatte.
Der Verband weist zur Begründung für den Rückgang auf eine neue Regelung der Zentralregierung hin. Diese sieht grob gesagt vor, dass die Betreiber von Wind- oder Solarparks ihren Strom zu vom Markt bestimmten Preisen verkaufen müssen statt wie zuvor zu staatlich festgelegten Werten. Verbandsvorsitzender Wang Bohua erwartet deshalb, dass die Marktteilnehmer zurückhaltend agieren werden.
Aufwärtstrend ab 2027 erwartet
Den Erwartungen des Verbands zufolge dürfte ab 2027 dann wieder eine Aufwärtsbewegung beim Zubau von Solaranlagen einsetzen. Laut der Schätzung würde die neu hinzugefügte Stromkapazität aus Solarstrom bis Ende der Dekade aber nicht den Rekordwert aus dem Jahr 2025 erreichen.
China ist Weltmeister im Zubau von Solarenergie, aber auch der weltgrößte Nutzer von Kohle. Der Verband der Stromerzeugerindustrie erwartet, dass China in diesem Jahr erstmals mehr Strom aus Sonne als aus Kohle gewinnt. Bis Ende des Jahres wird demnach die Hälfte der gesamten installierten Stromkapazität aus Sonnen- und Windenergie bestehen, der Anteil der Kapazität aus Kohlekraftwerken liegt dann bei 31 Prozent.
China sichert Versorgung weiter mit Kohle ab
China sichert seine Strom- und Energieversorgung weiter mit Kohle ab. 2025 stellte das Land Kohlekraftwerke in den Dienst, die zusammen jährlich eine Leistung von 78 Gigawatt erbringen, wie das Zentrum für Forschung zu Energie und sauberer Luft (Crea) in dieser Woche mitteilte. Mit einem Gigawatt Leistung lassen sich mehrere Hunderttausend Haushalte im Jahr mit Strom versorgen.
Außerdem hat die Kohlechemieindustrie in China Konjunktur. Diese wendet Verfahren an, mit denen Kohle in Chemikalien oder Gas umgewandelt wird. Diese werden dann für Alltagsprodukte etwa aus Plastik weiterverwendet, für die sonst Öl benötigt wird – ein Rohstoff, den China importieren muss und damit abhängig vom Ausland ist.
APA/dpa-AFX





