Energie Steiermark senkt Strompreis ab Juni um 17 Prozent

6. Feber 2026, Graz
Rund 300

Die Energie Steiermark wird mit 1. Juni den Strompreis um 17 Prozent senken. Der neue Preis wird bei 11,4 Cent/kWh netto für alle Kundinnen und Kunden liegen, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Erst im September 2025 war der Strompreis um etwa ein Viertel gesenkt worden. Damit erspare sich ein durchschnittlicher Haushalt gegenüber 2025 bald rund 300 Euro pro Jahr, rechnete der steirische Landesenergieversorger vor.

Im Gegensatz zum September wird diesmal aufgrund der neuen Gesetzeslage keine aktive Zustimmung notwendig sein. Die Vergünstigung werde ab Juni unmittelbar wirksam. Der neue Preis gelte dann sowohl für alle 300.000 Bestands- wie auch für alle Neukunden. „Mit dieser weiteren Reduktion des Energie-Preises leisten wir einen konkreten und deutlich spürbaren Beitrag zur Kosten-Entlastung heimischer Haushalte“, so der Vorstand der Energie Steiermark, Martin Graf.

„Wir haben uns ganz bewusst für eine unkomplizierte und einfach verständliche Umsetzung entschlossen, die auf Sonder-Modelle und Ausnahmen verzichtet“, ergänzte der zweite Vorstand, Werner Ressi. Für Flex-Tarife gelte weiterhin, dass sie die jeweiligen Marktentwicklungen widerspiegeln. Die Vorstände betonten, dass die Senkung angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen rund 90 Prozent des Stroms zukaufen muss, „eine besondere Herausforderung ist, gleichzeitig aber auch Auftrag, weitere eigene Erzeugungs-Projekte im Bereich Wasserkraft, Wind und Sonne noch rascher umzusetzen“.

Energie Graz senkt Strompreis ebenfalls

Mit der Energie Steiermark zieht auch die Energie Graz mit: Sie wird ebenfalls mit Juni den Strompreis im Fixtarif auf etwa 11,2 Cent netto reduzieren. Rund 70.000 Haushalte und Kleingewerbetreibende würden davon profitieren. Darüber hinaus werde es ab 1. April 2026 für sozial bedürftige Haushalte einen Sozialtarif mit einem sehr günstigen, reduzierten Fixpreis von 6 Cent netto pro Kilowattstunde – bis zu einem Jahresverbrauch von 2.900 Kilowattstunden – geben.

Das Land Steiermark hatte 2023 mit dem Kauf von etwas mehr als 25 Prozent der Anteile an der Energie Steiermark das Unternehmen zu 100 Prozent in eigener und damit öffentlicher Hand. Zuletzt hatte SPÖ-Chef Max Lercher einen günstigeren „Steiermark-Tarif“ gefordert. Er setzt sich außerdem mit einer Petition dafür ein, dass die Energie Steiermark zu 100 Prozent im Eigentum des Landes bleibt. Beim Kauf 2023 hatten damals noch Ex-ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler sowie der damalige Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang (SPÖ) in Aussicht gestellt, die Anteile wohl zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verkaufen. Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) meinte erst im Jänner bei einer Landtagssitzung, dass das Land Anteile jedenfalls nicht für Einmalerlöse verkaufen wolle.

APA