Grüner Strom für Oberösterreich

9. Feber 2026, Linz/Roitham

Wasserkraft. Bei den Traunfällen entsteht derzeit das drittgrößte Wasserkraftwerk der Energie AG. Die natürlichen Wasserfälle bleiben von dem 192-Millionen-Euro-Bau so gut wie unberührt.

Die Energie AG (E-AG) errichtet derzeit an der Traun in Roitham ein neues Wasserkraftwerk. Es ersetzt das bestehende Kraftwerk, das vor über 130 Jahren in die Traunfälle gebaut wurde. 191,5 Millionen Euro werden investiert. Rund 125 Gigawattstunden (GWh) sauberer Strom sollen künftig von dem Kraftwerk mit einer Leistung von 25 Megawatt (MW) pro Jahr erzeugt (derzeit 9,85 MW) werden. Das entspricht dem Verbrauch von 35.000 Haushalten und bedeutet eine Steigerung gegenüber der bisherigen Strommenge in Höhe von 80 Prozent.


Traunfällle unberührt


Nach der Fertigstellung 2028 wird das Kraftwerk Traunfall das drittgrößte der E-AG nach Traun-Pucking (45,8 MW Leistung) und Marchtrenk (42,8 MW) sein. Weil die Errichtung in einem sensiblen Naturraum erfolgt (die Traunfälle liegen in einem Natura 2000-Schutzgebiet), erfolgt der Kraftwerksbau teilweise unterirdisch: Das Wasser wird über einen 390 Meter langen Stollen zum Krafthaus geführt, wo es in die Turbinen geleitet wird, die die stromerzeugenden Generatoren antreiben. Rund 30 Kubikmeter Wasser fließen pro Sekunde durch die Turbinen. Beim Anstich für den Stollen Mitte Jänner wurde die Umweltverträglichkeit des Bauwerkes betont: Mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall werde einerseits ein „starkes Zeichen für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung in Oberösterreich“ gesetzt, sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer. Im Zuge der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen werden nicht mehr benötigte Querbauwerke in der Traun rückgebaut und Flachwasserzonen geschaffen. Seitenarme, Inseln und strömungslenkende Maßnahmen sollen zusätzlich die Biodiversität fördern. Die Traunschlucht soll unberührt bleiben und ganzjährig mit Wasser versorgt werden. E-AG-Vorstand Andreas Kolar sieht mit dem Bau auch ein „Konjunkturprogramm für den Standort“. So ergebe allein das Kraftwerk Traunfall über die gesamte Lebensdauer hinweg einen kumulierten Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt Österreichs von knapp einer Milliarde Euro.


43 Wasserkraftwerke


Die E-AG betreibt 43 Wasserkraftwerke in OÖ, Salzburg und der Steiermark. Jährlich werden damit 1150 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt. Mit Strombezugsrechten an weiteren Kraftwerken (u. a. Donaukraftwerk Ottensheim, Pumpspeicherkraftwerke Malta/Reißeck II in Kärnten sowie Kraftwerke an der Enns) kommen weitere 1.440 GWh dazu. In Oberösterreich werden aktuell rund 80 Prozent des ausbaubaren Wasserkraftpotenzials genutzt. Der gesamte Stromverbrauch in OÖ wird zu 91 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt. Anders sieht es beim Gesamtenergieverbrauch aus, zu dem Erneuerbare Energien nur 44,1 Prozent beisteuern. 28,5 Prozent entfallen auf Öl, 18 Prozent auf Gas und 9,4 Prozent auf Kohle.
Die Energie AG setzte 2024/25 mit 5.182 Mitarbeitern 2,84 Milliarden Euro um. 2024/25 wurden insgesamt 415 Millionen Euro investiert.

Kurier