Ausbau. Verbraucher soll nicht allein dafür bezahlen.
Weil der teure, aber wichtige Netzausbau eine langfristige Sache ist, sind Maßnahmen wie staatliche Garantien für bessere Kreditkonditionen (siehe oben) nur ein kleiner Beitrag zu einer Lösung. Es gibt daher Ideen, die Finanzierung auf wesentlich breitere Beine zu stellen. Statt die Netzkosten fast ausschließlich über Stromtarife der Verbraucher zu finanzieren, könnte der Staat deutlich stärker eingreifen.
Experten plädieren schon länger für die Schaffung einer eigenen „Netz-Asfinag“, die ähnlich wie die Autobahngesellschaft Asfinag Maut für die Benutzung der Infrastruktur einheben soll. Die Stromnetze (Übertragungs- und Verteilnetze) würden dabei ähnlich wie Autobahnen als kritische Infrastruktur betrachtet werden.
Transit-Strom
Vorteil wäre, dass auch der Transit-Strom besser und zentraler erfasst werden könnte. Immerhin sind 70 Prozent des Stroms, der über Österreichs Netze transportiert wird, Transit-Strom. Die Österreicher zahlen also für die Durchleitung in andere Länder mit. Die Regierung will daher auch in Brüssel über höhere Kompensationszahlungen sprechen. Weiters könnte ein staatlich gestützter Infrastrukturfonds („Österreich-Fonds“) die Verbraucher entlasten. Über diesen auch von Privat-Investoren gespeisten Fonds könnten die Netzbetreiber Zugang zu Kapital erhalten. Auch die schrittweise Erhöhung der Einspeiseleistung neuer Kraftwerke und eine Plattform für die Vermarktung von Flexibilitäten im Netz könnten Ausbaukosten sparen.
Kurier



