Interesse an Speichern und Elektroautos nimmt zu

24. Feber 2026, Wien

Studie. Akzeptanz von erneuerbaren Energien in Österreich weiterhin hoch. Nach Tief 2024 steigt Interesse an E-Autos wieder.

Die heimische Bevölkerung steht weiterhin hinter der Energiewende und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Das geht aus der Studie „Erneuerbare Energien in Österreich 2026“ hervor, die Deloitte, die Universität Graz und Wien Energie am Montag präsentierten.


Beliebte Photovoltaik


Für die neueste Ausgabe der jährlich erscheinenden repräsentative Studie wurden 1.182 Personen befragt. Fast ein Drittel davon hat bereits eine PV-Anlage am eigenen Haus oder Wohngebäude. Photovoltaik ist unter den Erneuerbaren weiterhin die beliebteste Technologie. Im Durchschnitt ist die Zustimmung zu erneuerbaren Energien von 70 Prozent im Vorjahr auf 69 Prozent gesunken. Seit 2022 sinkt die Zustimmung kontinuierlich. Für Studienautorin Nina Hampl von der Universität Graz ist dies aber kein Grund zur Besorgnis: „Da wurde einfach ein Plateau erreicht.“


Für Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie, ist „die Enttäuschung darüber, dass Investitionen in Erneuerbare nicht unmittelbar zu stabileren Preisen geführt haben“, eine mögliche Erklärung. In der gesamteuropäischen Betrachtung sei der Anteil von PV, Wind und Wasserkraft immer noch zu klein.


Speicheranzahl steigt


Das Interesse an Stromspeichern ist rasant in die Höhe gegangen. Rund die Hälfte der Studienteilnehmer mit eigener PV-Anlage verfügt bereits über einen Batteriespeicher. Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Installationen gegenüber den Jahren zuvor stark angestiegen.


Gestiegen ist auch die Beteiligung an Energiegemeinschaften. 12 Prozent der Befragten gaben an, Teil einer Energiegemeinschaft zu sein (2024: 8 Prozent), 3 Prozent haben sogar selbst eine mitgegründet (2024: 2 Prozent).
Die auf 16 Prozent gestiegene Wechselbereitschaft beim Stromanbieter sieht Gruber positiv. „Wir sind als Wien Energie stärkerem Wettbewerb ausgesetzt, aber aufgrund unseres guten Angebots können wir uns behaupten.“ Heuer soll es eine ähnliche Strompreis-Aktion geben, wie sie 2025 schon viele Kunden in Anspruch genommen haben (9,9 Cent/kWh).


Bei Elektroautos ist der Anteil jener Personen, die Kaufinteresse zeigen nach einem Tiefpunkt 2024 (36 Prozent) wieder gestiegen und beträgt nun 42 Prozent. Für Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich, ist bemerkenswert, dass die Förderung durch die öffentliche Hand eine geringere Rolle bei der Kaufmotivation darstellt. „Nur Reichweite und die Ladeinfrastruktur sind noch ein bisschen die Showstopper, die man in den Griff bekommen sollte.“


Verbrennerverbot


Trotz EU-weit gegenläufiger Tendenzen bleibt der Anteil jener Personen, die sich für ein Verbrennerverbot ab 2030 einsetzen, mit 23 Prozent gleich. Weniger Befragte (30 vs. 35 Prozent) sind der Meinung, dass die europäische Automobilbranche weiterhin auf Verbrennungsmotoren setzen sollte.

Kurier