Sorgen vor einem Preisschock bei Öl und Gas

2. März 2026

Energieversorgung. Lieferstörungen könnten die Preise nach oben treiben.

Die kriegerischen Handlungen im Nahen Osten wecken Sorgen vor einem neuen Ölpreisschock. Die weltweitweite Versorgung mit Öl und Gas könnte stark beeinträchtigt werden und zu einem erheblichen Anstieg der Energiepreise führen.


Die Energiewirtschaft im Iran beeinflusst – trotz westlicher Sanktionen – die globale Weltwirtschaft. Die Ölförderung ging nach Verhängung der Sanktionen zwar deutlich zurück, doch mit einer Tagesproduktion von etwa 3,3 Millionen Barrel ist der Iran noch immer drittgrößtes Förderland in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Sein Anteil am weltweiten Rohöl-Angebot beträgt damit etwa 4,5 Prozent. Hauptabnehmer für iranisches Öl ist derzeit China. Auch beim Gas, das vor allem aus dem Offshore-Gasfeld South Pars gefördert wird, ist der Iran eine Macht. Das Land ist drittgrößter Produzent der Welt und sitzt auf den zweitgrößten Erdgasreserven.
Um einen größeren Ölpreisschock abzufedern, soll das Ölkartell OPEC+ Insidern zufolge schon heute, Sonntag, eine Ausweitung ihrer Ölförderung beschließen. Einspringen dürften Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die beiden Länder hätten demnach bereits in Erwartung möglicher Lieferausfälle durch den Militärschlag ihre Exporte erhöht.


Meerenge von Hormus


Als Achillesferse für die Ölexporte in der gesamten Region erweist sich die Straße von Hormus im Persischen Golf. Der Iran hat sie angeblich noch am Samstag geschlossen. Stimmen die Berichte, wäre das fatal, denn etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird durch diese Meerenge transportiert, auch Saudi-Arabien, Kuwait und die Emirate nutzen die Meeresstraße. Katar verschifft sein gesamtes Flüssigerdgas (LNG) über diese Route. Würde Katar als LNG-Lieferant ausfallen, hätte das massive Auswirkungen auf den Gaspreis, sagen Experten. Laut ersten Meldungen haben einige Energiekonzerne ihre Rohöl- und LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus bereits ausgesetzt und versuchen, ihre Tanker auf alternative Routen zu lenken.


Die Ölpreise sind bereits in den vergangenen Tagen wegen der sich abzeichnenden Zuspitzung des Iran-Konfliktes angestiegen. Am Freitag erreichte der Preis für die Sorte Brent mit 73 Dollar je Barrel den höchsten Stand seit Juli 2025. Analysten erwarten, dass der Preis bei gröberen Lieferstörungen in der Region auf über 80 Dollar steigen könnte.

Kurier