Ein Viertel fürchtet Blackout noch heuer in Österreich

24. November 2022, Wien
Viel fürchten den großen Stromausfall - Kyiv, APA/AFP

Ein Viertel der Menschen in Österreich rechnet damit, dass es noch heuer zu einem Blackout – einem anhaltenden Stromausfall – kommen könnte. Wie sich die Bevölkerung vorbereitet und wie groß die mit dem Krisenszenario verbundenen Ängste sind, hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos für die Versicherung Helvetia erhoben. 63 Prozent halten den großen Stromausfall jedenfalls generell für ein realistisches Szenario. Vorgesorgt hat laut eigenen Angaben bisher mehr als die Hälfte.

35 Prozent sind der Meinung, ein Blackout könnte im Lauf der nächsten zwölf Monate eintreten, innerhalb der nächsten drei Jahren erwartet sogar knapp die Hälfte – 14 Prozent „sehr“ und 35 Prozent „eher wahrscheinlich“ – einen länger dauernden Stromausfall. Angst hat davor mit 30 Prozent ein knappes Drittel der Bevölkerung. 40 Prozent haben eher geringe bzw. gar keine Angst. Ein Anstieg der Kriminalität wie Plünderungen (24 Prozent), keine Heizung (18 Prozent), Lebensmittelknappheit (13 Prozent) und keine Kommunikationsmöglichkeit (12 Prozent) sind die Hauptsorgen.  

Das Thema ist jedenfalls angekommen – 98 Prozent der 783 Befragten zwischen 16 und 99 Jahren kennen den Begriff. Knapp zwei Drittel fühlen sich auch ausreichend informiert: 14 Prozent „sehr gut“, 47 Prozent „eher gut“. „Gar nicht“ informiert sehen sich nur zwei Prozent. Acht von zehn Befragten halten den Krisenfall rund um Strom für gefährlich, ein knappes Drittel sogar sehr. Nur sieben Prozent schätzen ein Blackout als eher oder sehr ungefährlich ein. 70 Prozent sehen aber auch einen „Hype“ und Geschäftemacherei. 68 Prozent orten viele Fake News in diesem Zusammenhang.

54 Prozent gaben an, dass in ihrem Haushalt bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. Spontan wurden vor allem Lebensmittel (60 Prozent), Wasser (37 Prozent) und Gaskocher bzw. -griller (22 Prozent) genannt. In der gestützten Abfrage landete Ersatzbeleuchtung auf Platz eins (70 Prozent), gefolgt von Lebensmittel- und Getränkevorräten (67 Prozent) sowie Hygieneartikeln (60 Prozent). Vier von zehn Befragten gaben an, bis zu einer Woche mit ihrem Essensvorrat auszukommen, nur drei Prozent glauben, dass die Vorräte lediglich für einen Tag reichen. 41 Prozent würden „sehr wahrscheinlich“ und 44 Prozent „eher wahrscheinlich“ Nachbarschaftshilfe leisten.

Absprachen zu Treffpunkten im Notfall wurden hingegen erst von 18 Prozent vereinbart, Notgepäck mit Dokumentenmappe haben nur 16 Prozent vorbereitet, ebenso haben erst 16 Prozent Vorkehrungen für IT-Sicherheit getroffen. „Aufholbedarf besteht sicherlich beim Vereinbaren von Treffpunkten und wie alle Mitglieder zurück in den Haushalt finden“, sagte Studienautor Alexander Zeh von Ipsos Austria. Denn das Licht könnte auch ausgehen, wenn sich nicht alle Familienmitglieder in den eigenen vier Wänden aufhalten.

APA

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