EVN nach drei Quartalen mit rund 9 Prozent weniger Gewinn

28. August 2025, Wien/Maria Enzersdorf
EVN machte zwar mehr Umsatz, aber weniger Gewinn
 - Maria Enzersdorf, APA/THEMENBILD

Der Energieversorger EVN hat in den ersten drei Quartalen des Wirtschaftsjahres 2024/25 den Umsatz um 5 Prozent auf 2,36 Mrd. Euro gesteigert, das Konzernergebnis fiel hingegen um 9,4 Prozent auf 434,7 Mio. Euro, teilte der börsennotierte Konzern am Donnerstag in einer Aussendung mit. Den Ergebnisrückgang begründete die EVN in erster Linie mit deutlich schwächeren Erzeugungsbedingungen für erneuerbare Energie.

Positiv wirkten sich die kühleren Temperaturen aus. Dadurch stieg der Energiebedarf, aber auch die Vertriebsgesellschaften in Bulgarien und Mazedonien profitierten davon. Allerdings stiegen damit in Südosteuropa auch die Beschaffungskosten im Energievertrieb. Aufgrund der kühleren Temperaturen erzielte auch die EVN Wärme einen höheren Umsatz.

Insgesamt steigerte die EVN das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 14,2 Prozent auf 713,6 Mio. Euro. Dazu beigetragen hat auch der Ergebnisanteil der anteilig eingerechneten Unternehmen mit operativem Charakter: Nach einem Minus von 1,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum steuerten sie heuer 118 Mio. Euro zum EBITDA bei. Beim operativen Ergebnis (EBIT) erzielte der Konzern ein Plus von 18,3 Prozent auf 447,1 Mio. Euro. Da der Verbund heuer mit 2,80 Euro je Aktie eine deutlich niedrigere Dividende als im Vorjahr (4,15 Euro) ausgeschüttet hat, fiel das Finanzergebnis um 43,3 Prozent auf 93,5 Mio. Euro – und drückte das Konzernergebnis des Versorgers.

Rückgang bei der erneuerbaren Energie um 17,5 Prozent

Der Versorger produzierte in den ersten neun Monaten mit 2.268 GWh um 12,3 Prozent weniger Strom, bei der erneuerbaren Energie verzeichnete die EVN einen Rückgang um 17,5 Prozent auf 1.789 GWh. Trotz der Kapazitätserweiterung bei der erneuerbaren Energie konnte das unterdurchschnittliche Wind- und Wasserdargebot nicht ausgeglichen werden, führt die EVN zur Begründung an. Zur Stabilisierung des Stromnetzes wurde das Kraftwerk Theiß häufiger in Betrieb genommen. Dadurch stieg die thermische Erzeugung um 15,1 Prozent auf 480 GWh. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energie bei 78,8 Prozent, nach 83,9 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Netzabsatz stieg bei Strom um 7 Prozent und bei Erdgas um 12 Prozent. Aber auch beim Energieverkauf an Endkunden legte die EVN zu: Eine rückläufige Entwicklung in Mittel- und Westeuropa wurde durch einen deutlichen Anstieg in Südosteuropa mehr als kompensiert – insgesamt stieg hier der Absatz um 2 Prozent. Bei Erdgas verzeichnete der Versorger ein Plus von 7,6 Prozent und bei Wärme von 9,9 Prozent. Wobei hier der Verkauf in Südosteuropa um 21,5 Prozent stieg.

Um 22 Prozent mehr investiert

Die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich stellt für die EVN einen Investitionsschwerpunkt dar. Dazu zählt etwa die überregionale Transportleitung von Krems nach Zwettl, die heuer im Herbst fertiggestellt werden soll. Weiters befinden sich zwei Windparks mit 28,8 MW und 47,6 MW in Bau. Weiters konnten zwei Photovoltaikparks in Betrieb genommen werden. Im Berichtszeitraum investierte der Versorger heuer mehr als 530 Mio. Euro, um 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis 2030 sollen jährlich rund 900 Mio. Euro investiert werden.

Trotz des schwächeren Zwischenergebnisses sieht sich der Versorger weiterhin auf Kurs und bestätigt den Ausblick für das gesamte Wirtschaftsjahr: Demnach wird das Konzernergebnis zwischen 400 und 440 Mio. Euro liegen. Die Aktionäre sollen künftig zumindest eine Dividende von 0,82 Euro je Aktie erhalten. Mittelfristig ist geplant, 40 Prozent des um außerordentliche Effekte bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten.

APA