Knapp drei Wochen nach dem US-Militäreinsatz und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro plant Venezuela eine Öffnung des Erdölsektors für private Unternehmen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Donnerstag vom Parlament in Caracas in erster Lesung beraten. Mit ihm soll „privaten Unternehmen mit Sitz in Venezuela“ die Erschließung von Ölvorkommen gestatten werden.
Bisher durften lediglich Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA im Erdölsektor des Landes tätig werden, wobei PDVSA stets die Mehrheit behielt. Die USA ernannten derweil eine neue diplomatische Leiterin der US-Botschaft in Caracas. Auf der Website der Botschaft wurde Laura F. Dogu, die ehemalige Botschafterin für Nicaragua und Honduras, als neue Geschäftsträgerin Venezuelas aufgeführt.
Nach der Entführung des linksnationalistischen Präsidenten Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas Anfang Januar war seine Stellvertreterin Delcy Rodríguez zur Übergangspräsidentin ernannt worden. Maduro wurde in New York inhaftiert, ihm soll dort wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.
Seit dem Einsatz seiner Truppen in Venezuela hat Präsident Donald Trump immer wieder sein Interesse an den großen Ölvorkommen des Landes betont und auf eine Wiedereröffnung der diplomatischen US-Vertretung vor Ort gedrungen. Die diplomatischen Beziehungen waren seit 2019 unterbrochen.
Rodríguez erlaubte inzwischen den USA, die immer noch Kriegsschiffe vor der Küste Venezuelas stationiert haben, venezolanisches Öl zu verkaufen, erleichterte ausländische Investitionen und ließ Dutzende politische Gefangene frei.
APA/AFP


