Tiwag weist NGO-Vorwurf der „maximalen Intransparenz“ zurück. Bei einer Strompreisanalyse kommt Tirols Landesversorger gut weg.
Mangelnde Transparenz und fehlende naturverträgliche Strategie: WWF und Global 2000 üben Kritik am Tiroler Landesenergieversorger Tiwag. Die Naturschutzorganisationen haben nach eigenen Angaben im Rahmen ihres neuen „Stromanbieter-Checks“ 129 Anbieter mit Fragebögen nach ökologischen und sozialen Kriterien durchleuchtet und sie basierend auf Strategie, Transparenz, Ausbau und Naturverträglichkeit der Kraftwerke bewertet. Die Tiwag habe die Auskunft verweigert, schildern die NGOs, und sei daher über öffentlich zugängliche Informationen bewertet worden und im Schlussfeld auf Platz 116 gelandet.
Bettina Urbanek vom WWF spricht von „maximaler Intransparenz“ bei der Tiwag – „sei es bei Auskünften zur Stromproduktion oder bei Sicherheitsrisiken rund um das Monsterprojekt Ausbau Kaunertal“. Das sei für ein Unternehmen in öffentlicher Hand „inakzeptabel”.
Die Tiwag erklärt, die Befragung würde „Äpfel mit Birnen“ vergleichen. Der StromanbieterCheck berücksichtige wesentliche Unterschiede zwischen Stromlieferanten und integrierten Energieversorgern nicht ausreichend und bewerte sehr unterschiedliche Unternehmensmodelle auf derselben Basis. „Die Konzernbewertung verzerrt dadurch die Vergleichbarkeit mit reinen Stromanbietern, weshalb wir uns gegen eine Teilnahme an dieser Befragung entschieden haben“, so die Tiwag. Positiv erwähnte die NGO die Stadtwerke Schwaz mit Rang sechs: „Sie überzeugen durch Transparenz, fossilfreie Unternehmensausrichtung und gute Stromkennzeichnung.“
In einer Preisanalyse des gewerkschaftsnahen Momentum Instituts kommt die Tiwag dagegen gut weg. Momentum hatte nach der angekündigten Strompreissenkung des Verbund-Konzerns die Tarife der Landesversorger verglichen. Fazit: Der Tiwag-Strompreis (ohne Netzkosten und Abgaben) liege jährlich um 31 Euro unter dem neuen Verbund-Tarif. Damit sei die Tiwag der günstigste Landesversorger.
Aktuell verhandelt die Regierung einen Energiekrisen-Tarif von 10 Cent pro kWh. Der Preis würde – ohne Grundpauschale – mit 420 Euro pro Jahr unter allen verfügbaren Stromtarifen liegen. Aus Sicht des Momentum Instituts müsse die Regierung den Stromkonzernen einen Maximalpreis vorgeben: „Erst dann sinken die Strompreise deutlich.“
Tiroler Tageszeitung



