Der Preis für europäisches Erdgas hat seinen jüngsten Höhenflug zum Wochenstart ungebremst fortgesetzt. An der Börse in Amsterdam wurde der richtungsweisende Terminkontrakt TTF bei 43,15 Euro je Megawattstunde gehandelt. Das waren um 7,7 Prozent mehr als am Freitag. Heuer hat sich der Preis damit um mehr als 50 % erhöht.
Die winterliche Kälte und Dunkelheit lassen Gas im Energie-Mix derzeit an Bedeutung gewinnen. Die neun großen österreichischen Gasspeicher sind derzeit zu rund 60 % gefüllt, insgesamt können mehr als 100 Terawattstunden eingelagert werden. Das ist mehr als der Jahresverbrauch aller Haushalte, der Gaskraftwerke und der Industrie zusammen.
Bei klirrend kaltem Wetter, niedrigem Wasserstand der Flüsse und fehlender Stromproduktion aus Sonne und Wind sei Gas ein zuverlässiger Energieträger, so der Fachverband der Gas- und Wärmeversorger. Über das ganze Jahr hinweg decke Gas im langjährigen Schnitt rund 15 % des Bedarfs an Strom in Österreich. An manchen Tagen liefere Gas sogar mehr als 40 Prozent der benötigten Energie für die Stromproduktion. 2025 lieferten die Versorger laut Wirtschaftsministerium in Summe 7,2 Terawattstunden an Gas für die Stromversorgung.
Die EU-Staaten haben am Montag den vollständigen Importstopp von Gas aus Russland bis spätestens Ende 2027 endgültig beschlossen – gegen den Widerstand von Ungarn und der Slowakei. Die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines wird schrittweise und ab spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt. 24 der 27 EU-Staaten stimmten für die Verordnung.
Tiroler Tageszeitung



