Österreich droht Verlust hoher EU-Förderungen

30. Jänner 2026

Die EU will bis zu 40 Mrd. € in Transport und Speicherung von CO₂ investieren. Doch Österreich droht leer auszugehen.

In manchen Industrien lässt sich CO2 nicht ganz vermeiden. Bestimmte energieintensive Industrien wie die Zement-, Stahl- oder Glaserzeugung können auf absehbare Zeit CO2 nicht ganz vermeiden. Daher ist die Ausfilterung und Speicherung des Treibhausgases („CCS“) die beste Möglichkeit, klimafreundlich zu werden. Viele Länder in Europa wie z. B. Deutschland, Norwegen, Dänemark, Großbritannien und die Schweiz beschäftigen sich konkret damit. Und die EU hat hier bereits 61 Projekte mit 2,9 Mrd. € gefördert.


Zeit für Ende des CO2-Speicherverbots knapp. Doch in Österreich tut sich nichts, weil CCS bei uns formell verboten ist. „Dabei war CCS bereits im früheren Regierungsprogramm und auch im Arbeitsübereinkommen der aktuellen Regierung verankert. Doch es fehlen weiter klare Maßnahmen, auch in der gerade präsentierten Industriestrategie. So verliert Österreich Zeit und Millionen, jetzt muss die Politik liefern“, kritisiert Sebastian Spaun, Geschäftsführer der heimischen Zementindustrie. Drei Ministerien seien zuständig, es gebe aber nur selten Gespräche mit den betroffenen Branchen.


Die Zeit drängt, denn bis April müssen Förderansuchen an den Europäischen Transformationsfonds eingereicht werden. Doch ohne rechtlichen Rahmen bei uns wird es kein EU-Geld geben. Konkret möchte gerade der Zementerzeuger Holcim im niederösterreichischen Mannersdorf CCS einsetzen und dafür 500 Mio. € investieren. Ob es realisiert wird, steht jedoch auf der Kippe, weil der Eigentümerkonzern ohne Zuschuss aus Brüssel wahrscheinlich ähnliche Investitionen in Ländern mit klaren Regeln vorzieht.


Das bedeute, dass dieser Standort und viele weitere in Österreich mittelfristig kaum überlebensfähig wären, warnt Spaun. „Die Zementindustrie wird ab 2034 keine Gratiszertifikate für den CO2-Ausstoß erhalten, und ab 2040 gar keine mehr. Dadurch wird die Produktion wahnsinnig teuer bzw. nicht mehr konkurrenzfähig.“

Kronen Zeitung