Die Energieerzeugung durch Windkraft ist vor allem im Winter von großer Bedeutung, wie EVN Vorstandsdirektor Stefan Stallinger erklärt: „Bei Schneefall, eisiger Kälte und starkem Wind zeigt die Windkraft ihre Stärke.“ Rund zwei Drittel des jährlichen Windstroms werden in den Wintermonaten generiert. „Dann, wenn die Wasserkraft schwach ist und der Sonnenstrom aufgrund der dunklen Jahreszeit eher ausbleibt. Es gibt also Phasen, in denen die Windkraft den Strombedarf unseres Bundeslandes deckt“, sagt Stallinger.
Die EVN will ihre Windkraftleistung bis zum Jahr 2030 von rund 561 auf 770 Megawatt und die Photovoltaik-Leistung von aktuell 133 auf 300 Megawattpeak ausbauen. 2026 befinden sich vier Windparks und eine PV-Anlage in Bau: die Windparks Ebenfurth, Neusiedl an der Zaya, Großsierning und Großkrut-Poysdorf sowie die PV-Anlage in Ollersdorf.
In Ebreichsdorf im Bezirk Baden gehen derzeit jene zehn Windkraftanlagen in Betrieb, die seit mehr als zehn Jahren geplant sind. Im Gemeinderat wurde am 28. Jänner nun eine Flächenumwidmung für weitere elf Windräder und eine 7.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage beschlossen. Alle Fraktionen außer der FPÖ stimmten dafür.
Grundlage für ein erneuerbares Energiesystem sind starke Netze, um die hohen Einspeisemengen auch zu transportieren. Hinzu kommen starke Schwankungen. „Im Jänner 2026 hatten wir im Netz NÖ manche Stunden mit 1.800 Megawatt Erzeugung aus Wind – und zehn Stunden später dann gar keine“, erläutert Stallinger.
Modernisierung
Das Netz in Niederösterreich könne mit diesen Schwankungen umgehen, versichert Stallinger. Dieses Netz werde auch laufend ausgebaut und modernisiert. Man arbeite an „intelligenten, digitalen und innovativen Lösungen“. Die „Netz NÖ“ investiert alleine in diesem Geschäftsjahr rund 520 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur.
Stefan Jedlicka
Kurier




