Im südlichen Teil von Baden ist es am Sonntagnachmittag zu Stromunterbrechungen gekommen. Die Wiener Netze konnten die Versorgung erst nach vier Stunden wieder komplett herstellen.
Um 16.33 Uhr kam es im südlichen Teil von Baden am Sonntag zu Unterbrechungen der Stromversorgung. Insgesamt waren zu Beginn rund 1.950 Haushalte betroffen, die ersten Anschlüsse konnten bereits nach 90 Minuten wieder hergestellt werden. Einsatzteams der Wiener Netze waren vor Ort und leiteten den Strom im eng verzweigten Netz um, damit die Versorgung rasch wieder funktionierte.
Umleitungen im eng verknüpften Netz
Wie Pressesprecher Christian Call erklärt, ähnelte das Vorgehen dem Straßennetz, auch beim Strom werde der „Verkehr“ umgeleitet. In mehreren Trafostationen wurden dazu einzelne Schaltvorgänge durchgeführt. „Haus um Haus, Straße um Straße wird der Strom wieder hergestellt“, sagt Call. Das Netz in diesem Bereich sei sehr eng verknüpft, jedes Haus wurde von zwei Seiten angespeist.
Ursache für die Störung war laut dem Sprecher der Wiener Netze ein Erdschluss – ein Kurzschluss mit der Erde, vergleichbar mit einer Situation im Haushalt, wenn Fehlerstrom auftritt und eine Sicherung fällt. In den Umschaltwerken betrifft das die Lasttrennschalter.
Normalerweise werden Haushalte innerhalb von 90 Minuten wieder versorgt. An dem Tag dauerte es jedoch länger, da mehrere Schaltvorgänge notwendig gewesen wären, erklärt Call. Bis zum Abend waren zwei Teams mit jeweils drei Personen im Einsatz. Für die Behebung der Störung wurde Alarm ausgelöst, die Einsatzfahrzeuge waren mit Blaulicht und Folgetonhorn unterwegs. Die betroffenen Leitungen waren bekannt, die Einsatzkräfte wussten, auf welchem Abschnitt die Störung entstanden ist. Zug um Zug wurden Umleitungen geschaltet. Im Laufe des Abends hieß es, dass die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt sein werde. Auch die Stadtpolizei Baden sendete laufend Status-Berichte auf Facebook und bestätigte unter anderem, dass die Störungen nach und nach behoben wurden. Einige der wichtigsten Ampeln seien „bereits wieder am Netz“, hieß es zum Beispiel.
Laut Info der Wiener Netze waren kurz vor 20 Uhr bereits mehr als die Hälfte der Kunden in Baden wieder mit Strom versorgt, der Rest sollte in 30 Minuten folgen. Auf der Homepage wurde laufend die Störungskarte aktualisiert. Ab 20.33 Uhr waren alle Badener Haushalte dann tatsächlich wieder mit Strom versorgt. Von dem Stromausfall waren auch einige ZTE-Masten betroffen und somit es gab für diese Ge-biete auch kein mobiles Internet. Ein Unternehmer meinte, in dem Fall wäre es besser, die Stadtpolizei wäre durch die Gegend gefahren mit Lautsprecher-Durchsagen statt Statusberichte auf Facebook zu veröffentlichen, die man ohne Netz nicht sehen konnte.
Stadtpolizei beruhigte viele Anrufer
Dazu informiert die Stadt, dass es sich um einen normalen Stromausfall gehandelt habe. In solchen Situationen sei die Hauptaufgabe der Stadtpolizei die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Laut Stadtpolizeikommandanten David Friedl wurden die unzähligen Anruferinnen und Anrufer nach ihrem Befinden befragt, dazu zählte auch die Erreichbarkeit via Handy samt Internetzugang, um Informationen zu erhalten. Ein Ausfall des Internets am Handy sei nicht gemeldet worden.
„Selbstverständlich sind Lautsprecher-Durchsagen für den Fall eines großflächigen Blackouts vorgesehen. Bei einem regional begrenzten Stromausfall wie gestern ist eine derartige Maßnahme üblicherweise nicht erforderlich“, heißt es aus dem Rathaus.
Andreas Fussi
NÖN Niederösterreichische Nachrichten



