Gasstation in Aderklaa wird kräftig ausgebaut

19. Feber 2026, Aderklaa

OMV investiert. Neue Leitungen vom „Feld Wittau“ in Rutzendorf müssen in die Anlage eingebunden werden. Ab der zweiten Jahreshälfte heißt es dann: „Gas marsch!“



In der Gasstation in Aderklaa finden derzeit große Um- und Ausbauarbeiten statt. Zur Erinnerung: Im Sommer 2023 jubelte der heimische Öl- und Gaskonzern OMV, weil er bei der Explorationsbohrung „Wittau Tief-2a“ ein bedeutendes Gasvorkommen (auf Rutzendorfer Gebiet) entdeckt hatte – der größte Fund seit 40 Jahren. Fünf Monate hatte die Bohrung gedauert, dann wurde man „auf einer Endtiefe von 5.000 Metern“ fündig.


Die förderbaren Ressourcen: rund 48 TWh (28 Millionen Fass Öl-Äquivalent). Die OMV geht davon aus, dass sich ihre jährliche Gasproduktion in Österreich damit um 50 Prozent erhöht. Um das Gas verarbeiten zu können, muss es in die Erdgasaufbereitungsanlage Aderklaa gebracht werden. Dafür werden etwa zwölf Kilometer lang Leitungen verlegt und in die Anlage in Aderklaa eingebunden. Die Bauarbeiten sollen bis Mitte dieses Jahres angeschlossen sein.


„Die Aufnahme der Gasproduktion in Aderklaa ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant“, erklärt eine OMV-Sprecherin auf NÖN-Nachfrage. Was genau passiert eigentlich in Aderklaa? Das in Wittau/Rutzendorf entnommene Erdgas ist ein sogenanntes Sauergas (Rohgas), ein mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes toxisches Gas. Dieses wird schon bei der Bohrstelle erstgereinigt (gewaschen). Zur weiteren Reinigung des Sauergases dienen Erdgasaufbereitungsanlagen, wie jene in Aderklaa.


Das heißt: Das Gas wird in Aderklaa vom letzten Schwefelwasserstoff befreit (entschwefelt), getrocknet (durch Kühlung wird Feuchtigkeit entfernt) und verdichtet (das Volumen wird verringert). Erst dann kann es ins Verkaufsnetz eingespeist werden. Im Gegensatz zu Sauergas wird Erdgas ohne Schwefelwasserstoffanteile als Süßgas oder süßes Erdgas bezeichnet. Dieses wird in der Gasstation in Auersthal aufbereitet, verdichtet und an den Verbraucher weitergeleitet.

Thomas Schindler

NÖN Niederösterreichische Nachrichten