Die Stadt will bald mit Abwasser „heizen“

19. Feber 2026, Villach

Kelag Energie & Wärme und Stadt wollen Abwasser aus Kläranlage in Fernwärmeleitung einspeisen.


Die Kelag Energie & Wärme arbeitet gemeinsam mit der Stadt Villach stetig an der Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Abwasserenergie aus der Kläranlage.
Das gereinigte Abwasser mit Temperaturen zwischen zehn und 20 Grad Celsius wird künftig über sechs Großwärmepumpen auf ein Temperaturniveau von 75 Grad Celsius angehoben und die dadurch entstehende Energie in das Rücklaufsystem der Fernwärme eingebunden. Die Integration wird über das Biomasseheizwerk St. Agathen erfolgen, um die bereits bestehende Infrastruktur der Kelag zu nutzen und zu ergänzen. Pro Kilowattstunde Strom entstehen dabei etwa drei Kilowattstunden Wärme. Perspektivisch sollen rund zehn Prozent des Villacher Wärmebedarfs aus dieser Quelle gedeckt werden. Eine Fertigstellung ist für Ende 2028 angedacht. Die Kelag investiert bis 2029 rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Fernwärmenetzes.


Noch vor rund 20 Jahren wurde nahezu der gesamte Fernwärmebedarf in Villach mit Erdgas gedeckt, heute kommen rund 90 Prozent aus erneuerbarer Energie: „Die Fernwärme Villach ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien gelingen kann“, sagt Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) ergänzt: „In einer modernen Welt muss man moderne Wege gehen. Dieses neue Projekt unterstreicht die Vorreiterrolle der Stadt Villach beim Thema städtische Wärmewende.


Alexandra Pöcher

Kleine Zeitung