Das Land Tirol hat als verfahrensführende Behörde der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit einem positiven UVP-Bescheid grünes Licht für das Hochspannungsleitungs-Projekt „Südverbindung Lienz“ gegeben. Das 280 Mio. Euro schwere Vorhaben der „Austria Power Grid“ (APG) sieht eine Erneuerung der bestehenden 220-kV-Leitung zwischen dem Umspannwerk Lienz nach Italien vor, hieß es in einer Aussendung am Freitag. Bis 2031 soll die Leitung in Betrieb gehen.
Vor dem nunmehrigen positiven UVP-Bescheid hatte im Herbst 2025 eine dreitägige, mündliche Verhandlung der UVP-Behörde stattgefunden. Damit liegt der Bescheid rund viereinhalb Monate nach dieser Verhandlung vor. Diese Entscheidung sei „ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Region – sowohl in Hinblick auf die Versorgungssicherheit als auch den steigenden Austausch erneuerbarer Energien zwischen Österreich und Italien“, betonte die APG. „Das Umspannwerk Lienz entwickelt sich damit zu einem zentralen Energieknoten mit Verbindungen in Richtung Salzburg, Kärnten und Italien“, strich APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner heraus.
„Südverbindung Lienz“ bereits siebtes positives UVP-Verfahren
Das Unternehmen mit Sitz in Wien betreibt österreichweit das Übertragungsnetz. Das aktuell positiv erledigte UVP-Verfahren ist bereits das Siebte seiner Art. So hatte es etwa beispielsweise bereits einen positiven UVP-Bescheid für das Projekt „Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“ gegeben oder einen ebensolchen für eine neue 380-kV-Leitung zwischen Elixhausen und Kaprun in Salzburg.
Bei der „Südverbindung Lienz“ geht es wiederum um die Neuerrichtung der vor mehr als 70 Jahren in Betrieb genommenen 220-kV-Leitung der APG bis zur italienischen Staatsgrenze. In großen Teilen werde „standortident“ auf der bestehenden Trasse gebaut, es gebe aber auch zum Teil „Optimierungen hinsichtlich des Abstands zu Siedlungsgebieten“. Bei der Erneuerung der Leitung werden die bestehenden Leiterseile durch moderne 2er-Bündel ersetzt, wodurch die Übertragungsleistung der Leitung erhöht und gleichzeitig das Korona-Geräusch – das Knistern einer Stromleitung – merklich reduziert wird, betonte das Unternehmen.
Trassenlänge von 35 Kilometer
Die Trassenlänge beläuft sich auf 35 Kilometer, davon entfallen 30,7 Kilometer auf Tirol und 4,3 Kilometer auf Kärnten. Es werden 121 Masten errichtet (107 in Tirol, 14 in Kärnten). Die Trasse verläuft in den Osttiroler Gemeinden Nußdorf-Debant, Lienz, Tristach, Amlach, Leisach, Assling, Untertilliach, Obertilliach und dem Lesachtal. Das Projekt ist Teil eines österreichweiten Investitionspaketes, das bis zum Jahr 2034 rund neun Mrd. Euro für Netzausbau und Netzumbau vorsieht. Das gesamte APG-Netz in Österreich erstreckt sich über rund 3.500 Kilometer.
APA



