Gasspeicher leeren sich

24. Feber 2026

Der kalte Winter hat kräftig an unseren Gasreserven gezehrt. Bis Ende März geht es noch weiter abwärts. Ein klarer Weckruf, unsere Abhängigkeit vom Ausland rasch zu verringern.

Die EU und daher auch Österreich haben sich klar dazu verpflichtet, die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu reduzieren sowie langfristig weg von fossilen Energieträgern zu kommen. Derzeit ist Österreich davon aber noch weit entfernt. Allein im vergangenen Jahr lag der Gasverbrauch bei uns bei rund 81 Terawattstunden (TWh), das entspricht rund 8,1 bis 8,2 Mrd. m3 Erdgas.


Tiefe Temperaturen legen unsere Abhängigkeit offen

Der heuer kalte Winter hat hier unsere Energieabhängigkeit erneut offengelegt. Aktuell sind unsere Speicher nur mehr zu 37% befüllt, das sind rund 15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Bis zum Ende der Heizsaison dürfte es auf rund 28% hinuntergehen. Für IG-Windkraft-Präsidenten Josef Plank und Energieagentur-Chef Franz Angerer ein klares Warnsignal. „Wir sind nach wie vor extrem abhängig von Gas und daher erpressbar“, betont Angerer. Die Schwächen unseres Systems würden sich gerade im Winter zeigen, wo rund 70% des Jahresverbrauchs anfallen.


Für Plank liegt die Lösung im massiven Ausbau Erneuerbarer. „Windenergie ist eine Winterenergie der besonderen Klasse“, betont er. Zwei Drittel der Windstromproduktion würden in der kalten Jahreszeit entstehen – genau dann, wenn der Bedarf am höchsten ist. Aktuell decken Windanlagen jedoch nur 16% des Strombedarfs in Österreich ab
Gleichzeitig sind jedoch 214 Windräder mit einem Investitionsvolumen von 1,5 bis 1,8 Mrd. € in der Pipeline, die so viel Strom liefern würden, wie Vorarlberg verbraucht. Lange Verfahren und fehlende verlässliche Rahmenbedingungen bremsen den Ausbau jedoch.


Ganz vom Gas werde man ohnehin nicht so schnell loskommen. Je weniger aber importiert werden muss, desto weniger erpressbar ist man, so die Experten. Plank erinnert an den Wasserkraft-Ausbau nach dem Zweiten Weltkrieg: Ein solches Aufbruchsprojekt brauche man jetzt wieder – für Wind, Sonne und Wasser.

Kronen Zeitung