214 baureife Anlagen warten auf Umsetzung: Die Branche drängt.
Österreich hat mittlerweile mehr als genug Photovoltaik (PV), und diese erfreut sich weiter hoher Beliebtheit. Bei der Windkraft tut sich dagegen vergleichsweise wenig, obwohl sie gerade im Winter und in der Nacht dringend benötigt wird. 214 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1200 Megawatt sind aktuell fertig genehmigt und baureif. Die Umsetzung scheitert aber bisher mitunter am Netzzugang oder an anderen Hürden. Die Projekte sollten rasch realisiert werden, fordert die IG Windkraft am Montag anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Angriffs auf die Ukraine.
„Keine Sicherheit ohne Energiesicherheit“
Damit könnte der nächstes Jahr geplante endgültige Ausstieg aus russischem Gas abgefedert werden, denn die Windkraft produziere zwei Drittel ihres Jahresstroms im Winter, betont der Präsident des Branchenverbands, Josef Plank. Energie werde zunehmend als geopolitisches Druckmittel genutzt, warnt auch Michael Zinkanell, Direktor des Austria-Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik, vor neuen Abhängigkeiten: „Es gibt keine Sicherheit ohne Energiesicherheit.“ Je weniger fossile Energie Österreich importieren müsse, besonders aus Russland, aber auch aus den USA, desto geringer sei die Erpressbarkeit.
Die Akzeptanz von Ökostrom-Projekten generell geht in Österreich von einem hohen Niveau leicht zurück. Das zeigt eine jährliche Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte gemeinsam mit der Uni Graz und der Wien Energie. Auch 2025 führte PV mit 79 Prozent, nach 81 Prozent 2024. Die Zustimmung zu Windkraft sank von 60 auf 59 Prozent. Gestiegen ist das Interesse an Stromspeichern und insbesondere Elektroautos. 42 Prozent würden einen E-Pkw kaufen, verglichen mit 36 Prozent 2024.
Monika Graf
Salzburger Nachrichten



